Metropolregion

Rhein-Pfalz-Kreis Landrat zeichnet Schifferstadter Kitas und zwei dritte Klassen mit dem Umweltschutzpreis aus / Ehrung wird alle drei Jahre vergeben

Klimaschutz im Puppenhaus trainieren

Schifferstadt.„Ich muss meinem Papa immer sagen, dass er das Licht ausmachen soll, wenn er aus dem Haus geht. Das kostet doch alles Strom“, sagt Marlene mit Nachdruck. Die Neunjährige erklärt mit Marie-Sophie, Lina, Tim und Marie im Alten Rathaus in Schifferstadt, was sich die Hortgruppe der „Kinderburg“ zum Thema Klimaschutz ausgedacht hat. Und das haben die engagierten Schüler so toll gemacht, dass der Landrat des Rhein-Pfalz-Kreises, Clemens Körner, sie mit dem Jugendförderpreis auszeichnet.

Gemeinsam haben die Kinder ein großes Puppenhaus gebaut, in dem die Familie Prima Klima lebt. „Wir haben uns mit Wasser, Strom, Lebensmitteln, Müll und Verkehr beschäftigt. Jedes Thema hat einen farbigen Punkt im Puppenhaus bekommen“, erzählt Marie-Sophie. „Bei Lebensmitteln ist es wichtig, dass man Sachen aus der Region kauft und nicht Obst, das ewig weit durch die Gegend fliegt“, zeigt Marlene einen Weg, wie man ganz nebenbei sehr viel für die Umwelt tun kann. „Wenn man öfter duscht, statt zu baden und bei kurzen Wegen im Ort zu Fuß geht oder das Fahrrad nimmt, ist auch schon viel für die Umwelt getan. Man muss ja nicht immer Auto fahren“, ergänzt Marie. „Viele Dinge waren auch für uns Erzieher neu. Wir haben alle sehr gestaunt, wie viele Eimer Wasser man braucht, um eine Jeanshose herzustellen“, verrät Kinderburg-Leiterin Sabine Lepschy.

Keine Lebensmittel wegwerfen

„Ich hab’ auch gelernt, dass man sich einen Einkaufszettel schreibt und wirklich nur die Sachen mitnimmt, die man auch essen will“, sagt Lina. Die Puppenhaus-Familie wirft nämlich keine Lebensmittel weg, weil bei der Produktion sehr viel Kohlendioxid entsteht.

Preiswürdige Arbeiten zum Thema Klimaschutz haben auch die Kita „Großer Garten“, das „Haus des Kindes“ sowie die Klassen 3a und 3c der Grundschule Süd abgeliefert. Die Drittklässler haben alte T-Shirts in schicke Stofftaschen umfunktioniert und in vielen Geschäften verteilt, um Plastiktüten einzusparen. „Es gibt sowieso schon viel zu viel Müll.“

Bei den Großen dürfen sich der Natur- und Vogelschutzverein Dudenhofen – der ein eigenes Gelände mit Naturschutzpfad betreibt – sowie Ewald Marx und Jörn Weiß aus Bobenheim-Roxheim über die nur alle drei Jahre verliehene Auszeichnung freuen. Während Weiß Leiter der Wildvogelstation ist, kümmert sich Marx als Naturschutzbeauftragter der Gemeinde um die Wiederansiedlung der Sumpfschildkröte, die Pflege der Storchentürme und die Biberpopulation am Silbersee. „Der größte Binnensee in Rheinland-Pfalz ist bei Wassersportlern sehr beliebt, deshalb sind wir froh, dass es Stellen gibt, an die niemand hinkommt – und Menschen, die sich darum kümmern“, betont Körner bei der Feierstunde.

„Wir werden auch in Zukunft unseren Teil zum Klimaschutz in Schifferstadt beitragen“, versprechen die Kids aus der Kinderburg und halten die Urkunde hoch. „Ehrenwort!“