Metropolregion

Bad Dürkheim Nach dem Feuer mit einem Toten im vergangenen Sommer will die Stadt das Lokal neu verpachten

Klosterschänke öffnet bald

Bad Dürkheim.Ein Toter, Schaden in Höhe von mehr als 600 000 Euro und Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung – das ist die traurige Bilanz des verheerenden Feuers, das im vergangenen Sommer die Klosterschänke auf der Limburg in Bad Dürkheim zerstört hat. Im Herbst soll das Restaurant nun wieder öffnen, und auch die strafrechtliche Nachbereitung ist abgeschlossen.

Bei dem Brand in der Nacht zum 14. Juli war der Pächter der Klosterschänke ums Leben gekommen. Die Feuerwehr, die die ganze Nacht mit 45 Fahrzeugen und 200 Mann versucht hatte, die Schänke zu retten, entdeckte den Toten erst am Morgen. Der 49-Jährige war an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung gestorben, wie die Obduktion später ergab. Angehörige des Mannes hatten schließlich Strafanzeige gegen die Stadt Bad Dürkheim gestellt, die Eigentümer der Ruine und der Klosterschänke ist. „Der Vorwurf lautete auf fahrlässige Tötung“, berichtet der Leitende Oberstaatsanwalt in Frankenthal, Hubert Ströber, im Gespräch mit dieser Zeitung. Demnach hatten die Angehörigen behauptet, dass die Sicherheitseinrichtungen in der Gaststätte nicht den Vorschriften entsprachen. „Der Vorwurf einer fehlenden Rauchmeldeanlage ist durch vorliegende Wartungsprotokolle widerlegt worden“, so Ströber. Da die Brandursache auch durch sehr aufwendige Untersuchungen nicht habe aufgeklärt werden können, sei keine Grundlage für eine Anklage gegeben. „Deshalb ist das Verfahren eingestellt worden.“

Ausschreibung noch im Juni

Auf der Limburg – die als Wahrzeichen der Kurstadt gilt – wird indes an der Wiederherstellung der Gasträume gearbeitet: „Wir werden vermutlich noch im Juni die Pacht für die Klosterschänke ausschreiben und damit dem künftigen Betreiber die Möglichkeit geben, in Detailfragen seine eigenen Ideen einzubringen,“ sagt der Dürkheimer Beigeordnete Gerd Ester.

Wegen der Bauarbeiten könnten während des 19. „Limburg-Sommers“ mit seinen 15 kulturellen Veranstaltungen die Besucher nicht wie in früheren Jahren bewirtet werden. „Wir gehen davon aus, dass die einzelnen Veranstalter in eigener Regie dafür sorgen, dass die Gäste etwas zu essen und zu trinken bekommen,“ berichtet die Dürkheimer Kulturdezernentin Heidi Langensiepen. „Aber der kostenlose Shuttle-Verkehr aus der Stadt auf die Limburg ist nicht behindert.“ Die Busse fahren ab dem Wurstmarktplatz und vom Busbahnhof zur Klosterruine und nach den Veranstaltungen wieder zurück. Den Auftakt feierte das beliebte Kulturspektakel bereits am Wochenende mit der Premiere der Molière-Komödie „Der eingebildete Kranke“ durch das Theater an der Weinstraße. Das Ensemble spielt freitags und samstags und nutzt die Limburg auch am 15./16. Juni, 22./23. Juni und 29./30. Juni als Kulisse. Die Tickets kosten zwischen zwölf und 18 Euro.

Musik, Theater und Comedy

Auch das Palatia Jazz-Festival ist in der Klosterruine zu Gast, so gibt es am 28. Juli ein Doppelkonzert mit „No Jazz“ und der Kultband „Incognito“ (19.30 Uhr). „Wir rechnen mit einem vollen Haus – der Vorverkauf ist ungewöhnlich stark angelaufen“, berichtet Organisatorin Yvonne Moissl. Das gelte auch für die „Beatles-Night“ mit der Band „Re-Beatles“, die im Original Outfit, mit authentischen Stimmen und nahezu identischem Sound der weltberühmten „Pilzköpfe“ aus Liverpool die Ruine rocken will. Zudem gehören klassische Musik mit der „Nacht der Tenöre“, Pop und Pfalz-Comedy zum Programm des Limburg Sommers. „Da ist für jeden Geschmack das Richtige dabei“, so die Organisatorin.