Metropolregion

Politik Ladenburg, Viernheim und Brühl haben Partnergemeinden in Burkina Faso – und werben für Nachahmer in der Region

Kommunen leisten Hilfe für Afrika

Rhein-Neckar.Vor der Partnerschaft habe die Gemeinde Dourenga vor allem aus runden Lehmhütten bestanden, sagt der Brühler Bürgermeister Ralf Göck. „Inzwischen gibt es Backsteinhäuser, 200 Fahrräder, zehn Motorräder, zwei Autos.“ Brühl gehört genau wie Ladenburg und Viernheim zu den Kommunen der Region, die Partnerschaften mit Gemeinden im westafrikanischen Burkina Faso pflegen – und damit ihre eigene kommunale Entwicklungszusammenarbeit betreiben. Jetzt wollen die drei Städte andere Kommunen zum Mitmachen bewegen. Am 31. Oktober laden die drei Bürgermeister gemeinsam mit dem Verband Region Rhein-Neckar (VRRN) zu einer Informationsveranstaltung ins Bürgerhaus Viernheim ein.

Ziel der Partnerschaften sei unter anderem, Fluchtursachen vor Ort zu bekämpfen , so Ralph Schlusche, Direktor des VRRN. Ladenburg gehört zu den Vorreitern bei dem Thema: Schon vor 36 Jahren schloss die Stadt ein Abkommen mit der Präfektur Garango. Sein Vor-Vor-Vorgänger habe damit Weitblick bewiesen, sagt Bürgermeister Stefan Schmutz. 19 Schulen und 30 Trinkwasserbrunnen sind seitdem auf Ladenburger Initiative hin in Burkina Faso entstanden. Außerdem bestehen 1000 Bildungspatenschaften: Ladenburger finanzieren damit afrikanischen Kindern die Ausbildung.

Große Akzeptanz bei Bürgern

Ähnliches können die Bürgermeister Matthias Baaß (Viernheim) und Ralf Göck (Brühl) aus ihren Partnergemeinden Silly und Dourtenga berichten. „Die Wirkung dieser Zusammenarbeit ist sehr hoch“ – das betont Baaß mehrfach. Es gelinge, die Lebensbedingungen vor Ort zu verbessern. In Anbetracht der Migrationsbewegungen auf der Welt sei das enorm wichtig. Die Brühler schließen jetzt auch eine Klimapartnerschaft, um in Dourtenga nachhaltige Energiegewinnung voranzutreiben.

Die Kommunen kämpfen selbst mit knappen Kassen. Sie spenden daher zwar auch für die Projekte, helfen aber vor allem mit fachlicher und organisatorischer Unterstützung. Eine wichtige Säule der Partnerschaften bildet das Engagement der Bürger in den Freundschaftsvereinen. „Sie sind es, die diese Partnerschaften leben und immer wieder neu beleben“, sagt Stefan Schmutz. Neben privaten Spenden kommt der Großteil des Geldes für die einzelnen Projekte aus Zuschüssen der Bundesregierung.

Vertreter aus den afrikanischen Gemeinden sind immer wieder in der Region zu Besuch. Beim Ladenburger Altstadtfest hätten sie zum Beispiel den Fassanstich übernommen, erzählt Stefan Schmutz. „Es ist bemerkenswert, mit welcher Vertrautheit und Freundlichkeit man sich dort begegnet.“ Unter den Bürgern hätten die Partnerschaften eine sehr große Akzeptanz – da sind sich die drei SPD-Politiker einig.

Am Donnerstag, 31. Oktober, wird im Bürgerhaus Viernheim zunächst eine Veranstaltung für Gemeindevertreter stattfinden. Ab 19 Uhr sind auch Vereine und interessierte Bürger eingeladen, sich zu informieren und zum Thema auszutauschen. fab

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