Metropolregion

Deponie-Unglück Behörde stellt Mängel bei Lagerung fest

Kontrolleure leiten Verfahren ein

Archivartikel

HEssheim.Nach dem Giftunglück mit zwei Toten auf dem Deponiegelände in Heßheim (Rhein-Pfalz-Kreis) hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Neustadt (SGD) bei unangekündigten Inspektionen Mängel festgestellt. Das geht aus einem Zwischenbericht hervor, den die Aufsichtsbehörde jetzt veröffentlicht hat. Seit dem tödlichen Unfall im Sonderabfall-Zwischenlager seien SGD-Mitarbeiter mindestens einmal pro Monat in Heßheim.

Bei ihrem jüngsten Besuch beanstandeten die Kontrolleure die „unzulässige Lagerung von Abfällen in dafür nicht genehmigten Bereichen“, heißt es in dem Bericht. Deshalb sei ein Ordnungswidrigkeiten-Verfahren gegen den Betreiber Südmüll eingeleitet worden. Zudem seien beim Wiegen Etiketten fehlerhaft auf den Müllbehältern angebracht worden. Allerdings stehe keiner der beanstandeten Mängel in Zusammenhang mit dem Giftmüllunfall. Mängel, die eine Stilllegung der Anlage rechtfertigten, gebe es nicht.

Schwefelwasserstoff freigesetzt

Bei dem Unglück am 21. August 2018 waren zwei Mitarbeiter ums Leben gekommen. Laut Staatsanwaltschaft starben die Männer beim Umfüllen von Chemieabfällen aus einem 60-Liter-Kanister in einen 1000-Liter-Tank, dessen Inhalt falsch ausgezeichnet war. Bei der chemischen Reaktion wurde tödlicher Schwefelwasserstoff freigesetzt.