Metropolregion

Kultur Creole-Sommer „Musik – Theater – Mehr“ lädt nach Ludwigshafen, Limburgerhof, Wachenheim und Otterstadt ein

Konzerte an spannenden Orten

Rhein-Neckar.Ein Gefühlsdebakel mit geborgten Liedern zwischen Badewannen-Sofas, Windflüchter im Schatten der Wachtenburg oder Bollywood auf der Parkinsel – solche Erlebnisse hält der Creole-Sommer bereit, der vom 17. Juni bis 5. August in Ludwigshafen, Limburgerhof, Wachenheim und Otterstadt einlädt. Zu hören sind 22 Bands an vier spannenden Orten. Der Startschuss fällt am Sonntag beim Inselsommer auf der Ludwigshafener Parkinsel.

„Wenn verschiedene kulturelle Traditionen sich mischen und daraus Neues entsteht, entwickelt sich creole Musik. Sie ist sozusagen die Tonspur der Einwanderungsgesellschaft“, erklärt Eleonore Hefner vom Verein Kultur Rhein-Neckar, der die Projektleitung beim regionalen Beitrag zum Kultursommer Rheinland-Pfalz inne hat. „Hier zeigt sich die multikulturelle Gesellschaft von ihrer bunten und kreativen Seite.“

Bollywood beim Inselsommer

Das spiegelt sich auch in den Veranstaltungsorten: Da ist das abenteuerliche Gelände der „Naturspur“ in Otterstadt, die urige Scheune des Alten Rathauses in Limburgerhof, die uralten Bäume am ehemaligen Badeweiher in Wachenheim oder das Rheinufer auf der Parkinsel. „Die Musik ist heiter, konzertant, virtuos, tanzbar und so vielfältig wie unsere Gesellschaft“, fasst Hefner zusammen. Rund um die Konzerte an den ungewöhnlichen Orten laden Kindertheater, Workshops, Spiele, kulinarische Erlebnisse und jede Menge Begegnungen ein. „Wer andere Kulturen erleben will, der sollte essen, trinken, zuhören, riechen, fühlen und erleben – all das will der Creole-Sommer ermöglichen.“

Los geht’ am Sonntag, 17. Juni, 12 Uhr auf der Parkinsel: Lohnend ist der Inselsommer laut Hefner auf jeden Fall: „Sogar die kulturpolitische Sprecherin der SPD im Landtag, Giorgina Kazungu-Haß, tritt bei uns auf. Sie war nämlich vor ihrer Karriere in der Politik Jazzsängerin“, berichtet Hefner. Mit der Band Down Home Operators sei sie am 24. Juni um 19.30 Uhr zu hören. Zum Rahmenprogramm gehörten ein Bollywood-Tanz-Workshop, Linedance, das von Eltern angetriebene Karussell Traumorgel und der „Better World Market“, bei dem sich an beiden Sonntagen Eine-Welt-Initiativen vorstellen. Tickets für alle Konzerte gibt es nur an der Abendkasse.

„Ich freue mich schon sehr auf unsere Veranstaltungen“, sagt Michael Müller vom Jugendkulturzentrum Limburgerhof, wo der CreoleSommer als nächstes Station macht. Dort zeigt die Gruppe Trioglyzerin am 12. Juli, 20.30 Uhr, „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ – einen Stummfilm aus den 20er Jahren. Im Capitol-Kino, das gleich gegenüber der Alten Scheune zu finden ist, wird der Scherenschnitt-Streifen live vertont. Für die Verpflegung sorgen die Kinder, die am Ferienbildungskurs „Talentschuppen“ teilnehmen. Die nächste Konzert-Kulisse ist das Ufer des Wachenheimer Badesees. Hier stehen im Badehaisel am 21. Juli, 19 Uhr, die Windflüchter mit einem brasilianisch, taiwanesisch, türkisch, deutschen Mix auf der Bühne. „Die Atmosphäre ist großartig und es gibt nur ganz wenig Schnaken, weil durch den Weiher ein Bach fließt und es eine Fontäne in der Mitte gibt“, zerstreut Pia Kreile vom soziokulturellen Zentrum Zweifel an der Open-Air-Tauglichkeit des Areals.

Reggae, Balkan und Techno

Die naturnahe Spiellandschaft des Otterstadter Vereins Naturspur wird am 4. August, 20 Uhr, Makatumbe mit Cumbia, Reggae, Balkan & Techno erfüllen. „Das klingt experimentell, ist aber sehr tanzbar“, verspricht Johannes Wütscher. Nicht beschreiben lasse sich dagegen die Musik der Mannheimer Band Die Rolltreppen von La Palma, die am 5. August, 14 Uhr, ein Gefühlsdebakel und geborgte Lieder im Programm hat. Die Truppe traf sich erstmals für ein Projekt beim Nachtwandel 2008 im Mannheimer Jungbusch.

Die Naturspur-Landschaft verwandelt sich an diesem Familientag in ein Festivalgelände. „Bei uns kann man Dinge ausprobieren, sich bewegen und Leckereien kosten“, verspricht Wütscher. Eine Woche vor den Creole-Konzerten finde ein Eltern-Kind-Workshop statt. „Da werden wir sicher noch eine coole Cocktailbar bauen, mit den Badewannen-Sofas sind wir gerade fertig geworden. Und der „Creole Summer Hill“ mit Bananenstauden ist angelegt.“