Metropolregion

Kriminaltechnikerin: „Am Tatort war sehr viel Blut“

Archivartikel

Frankenthal.Im Prozess um den grausamen Mord in der Speyerer Nachtbar „Thai Orchidee“ vor sieben Jahren haben der Rechtsmediziner und eine Kriminaltechnikerin vor dem Landgericht grausame Details des Verbrechens geschildert. So spricht der Gerichtsmediziner von „einem längeren Todesgeschehen“ und massiven Verletzungen. Ungewöhnlich sei, dass bei der mit 40 Kilogramm Körpergewicht sehr zierlichen Thailänderin gleich drei verschiedene Arten der Gewalteinwirkung festgestellt wurden. „Es gibt stumpfe, scharfe und Schussverletzungen“, berichtet er von der Obduktion. Neben einem Steckschuss im Kopf habe man offene Brüche an zwei Fingern sowie mehrere Schnittverletzungen an den Händen festgestellt, die von einem Küchenmesser stammen.

Die Frau habe offenbar versucht, sich gegen einen Angriff zu wehren. Die massivste Gewalt sei aber gegen den Hals der 1,53 Meter großen Kellnerin ausgeübt worden: „Der Kehlkopf war geborsten und das linke Schlüsselbein komplett gebrochen.“ Denkbar ist nach Ansicht des Gutachters, dass jemand der auf seinem Stuhl sitzenden Frau mit großer Wucht gegen den Hals getreten hat und ihr Kopf an die Wand dahinter prallte. Die Tote wurde sitzend an einem Tisch gefunden. „Die Frau hat Blut eingeatmet und ist daran und am großen Blutverlust gestorben“, nennt der Mediziner die Todesursache.

„Es war sehr sehr viel Blut am Tatort“, berichtet eine Kriminaltechnikerin im Zeugenstand, die als eine der ersten am Tatort war. Zudem seien alle Geldspiel- und Zigarettenautomaten aufgebrochen und sämtliche Schubladen herausgezogen gewesen. Zunächst sei man davon ausgegangen, dass sofort auf die Frau geschossen worden war. So hatte der Erkennungsdienst mehrere Geschosshülsen entdeckt, die diesen Schluss zuließen. Die Kommissarin ist überzeugt, dass es sich um mehr als einen Täter handelt: „Es wäre zu viel Arbeit für einen allein gewesen, alle Automaten aufzuhebeln und gleichzeitig die Kellnerin in Schach zu halten.“

Der 47-jährige Angeklagte hatte beim Prozessauftakt behauptet, dass er „der Falsche“ sei und nichts mit dem Mord zu tun habe. Allerdings berichtet die Kommissarin auch von einer Hausdurchsuchung, bei der ein Arbeitshandschuh entdeckt wurde, der sowohl DNA-Material des Opfers als auch des Angeklagten sowie Schmauch-Spuren trägt.

Blutiges Verbrechen im August 2012

Das blutige Verbrechen in der Bar „Thai Orchidee“ mitten in der Altstadt hatte im August 2012 für großes Entsetzen gesorgt. Die Polizei sprach damals von einer „sehr grausamen Tat“. Wie das Gericht mitteilte, geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Angeklagte – ein 47-Jähriger aus Haßloch – die Bar mit einem unbekannten Komplizen überfallen hat. Er soll die Geldspielautomaten aufgehebelt haben, um sie leer zu räumen. Das Opfer habe sich den Tätern entgegengestellt und sei an Stich- und Schussverletzungen noch am Tatort verstorben.

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