Metropolregion

Rauchwolke Ungewollte Reaktion in Recycling-Firma

Kripo ermittelt nach Chemieunfall

Heidelberg/Rhein-Neckar.Eine Rauchwolke hat am Samstagmorgen für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei in und um Heidelberg gesorgt. Insgesamt fünf Personen wurden verletzt, die Autobahn 5 musste für mehrere Stunden gesperrt werden. Umweltmessungen hätten aber keine erhöhten Werte ergeben, teilte die Feuerwehr mit.

Ausgelöst hatte die Wolke ein Unfall im Chemie-Recycling-Unternehmen Rematec in Wieblingen. Laut Feuerwehr war es gegen 6 Uhr bei der Aufarbeitung von Lösungsmitteln aus der Kunststoffindustrie zu einer ungewollten chemischen Reaktion gekommen. Deshalb öffnete sich ein Überdruckventil, eine dichte Rauchwolke trat aus – begleitet von beißendem Geruch. Bei dem freigesetzten Stoff handelte es sich größtenteils um das Lösungsmittel Toluol. Anwohner in Heidelberg, Edingen-Neckarhausen, Ladenburg und Dossenheim wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Eine Feuerwehrfrau, drei Polizeibeamte und eine Passantin klagten über Kopfschmerzen und Schwindelgefühl. Wie es zu dem Unfall kam, ermittelt nun die Kriminalpolizei – gestern gab es dazu noch keine Ergebnisse.

Unterstützung erhielt die Heidelberger Feuerwehr von Kollegen aus Mannheim. Drei Beamte der Berufsfeuerwehr und zwei Ehrenamtliche der Freiwilligen Feuerwehr Neckarau rückten mit einem Messfahrzeug und einem speziellen Einsatzleitwagen aus. Sie sind Mitglieder der „Analytischen Task Force“, einer von bundesweit nur acht vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe getragenen Spezialeinheiten für die Analyse von radioaktiven, biologischen oder chemischen Stoffen. „Das zeigt, dass wir uns in der Not in der Region gut aufeinander verlassen können“, so Mannheims Erster Bürgermeister Christian Specht. pwr/fab

Info: Fotostrecke und Video unter morgenweb.de/region

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