Metropolregion

Kunsthandwerk im Mittelpunkt

Deidesheimer Advent: Schnitzer, Glasbläser, Tischler und Keramiker stellen in historischer Umgebung aus

Deidesheim.Künstlerische Tradition und eine besondere Atmosphäre verwandeln an den vier Advents-Wochenenden die Weinstadt Deidesheim jeweils von Freitag bis Sonntag in einen einzigen Weihnachtstraum: Seit 45 Jahren nutzen die Deidesheimer die einmalige Kulisse ihrer alten und idyllischen Stadt, die vom Deutschen Weininstitut (DWI) zum „Höhepunkt der Weinkultur“ erhoben wurde, für einen Weihnachtsmarkt der Sonderklasse. Der „Deidesheimer Advent“ ist längst über die regionalen Grenzen hinaus bekannt geworden und wurde vor rund 20 Jahren als „einer der zehn schönsten Märkte im deutschsprachigen Raum“ gerühmt.

Das ist kein Wunder, denn die Organisatoren legen strenge Maßstäbe selbst bei kleinen Aspekten an. So muss sich sogar der allenthalben angebotene Glühwein aus ausschließlich Deidesheimer Lagen einer verdeckten Probe unterziehen. 113 Stände sind in diesem Jahr zugelassen – die meisten Beschicker sind „alte Bekannte“.

Doch wer erstmals dabei sein will – und das wollen nach Angaben von Tourismuschef Stefan Wemhöner Jahr für Jahr zwischen 300 und 350 Bewerber – muss zeigen, was er zu bieten hat: „Wir streben ein bestimmtes Verhältnis an – auf sieben Kunsthandwerker kommt maximal ein Stand mit Speisen und Getränken.“ Das hat sich weit herumgesprochen und so kommen Maler und Tischler, Schneider und Glasbläser, Holzschnitzer und Keramiker aus ganz Deutschland. Sie müssen auch weniger Standmiete bezahlen als die Anbieter von Speisen und Getränken.

So hat sich seit 1975 der „Deidesheimer Advent“ zu einem echten Kunsthandwerker-Dorado entwickelt – ohne dass dabei Feinschmecker während ihres Rundgangs darben müssen. „Das Kunsthandwerk ist der Magnet unseres Marktes.“

Zwölf Öffnungstage

Das macht sich für die Deidesheimer bezahlt. Jährlich kommen rund 200 000 Besucher an den zwölf Markttagen – jeweils an die 50 000 pro Wochenende. Sie sorgen nach Schätzungen der Organisatoren für einen Umsatz von insgesamt zwischen fünf und sechs Millionen Euro – die ortsansässige Gastronomie, die ebenfalls vom regen Marktgeschehen profitiert, ist dabei nicht mit berechnet. Dass zwischen dem Bahnhof und dem Marktplatz, auf der verbindenden Bahnhofstraße und auf dem Stadtplatz alles seine Ordnung hat, dafür sorgt Marktmeister Klaus Eichberger, mittelalterlich gewandeter Traditionspfleger mit imposantem Vollbart und selbst gefertigtem hölzernem Marktmeisterstock: Er hat die „Marktmacht“, die ihm Bürgermeister Manfred Dörr bei der Eröffnung am 29. November, 18 Uhr, am Stadtplatz übertragen wird.

Eichberger überwacht unter anderem, dass die Stände rechtzeitig geöffnet werden, die er zuvor mit der Marktkommission geprüft und offiziell „abgenommen“ hat. Er achtet auch darauf, dass das spezielle tägliche Kinderprogramm mit Märchentante und Kindertheater, Backstube und Streichelzoo im anspruchsvollen Konzept der 60 begleitenden Veranstaltungen nicht untergeht.

Modelleisenbahn rollt

Die bestehen unter anderem aus Modelleisenbahn-Ausstellung und Kirchenkonzert, Boulevardtheater und Führungen – zum Auftakt am 29. November, 17 Uhr, in der zentralen St. Ulrichs-Kirche mit einem ökumenischen Eröffnungs-Gottesdienst. Der „Deidesheimer Advent“ ist freitags ab 17 Uhr, samstags ab 14 Uhr und sonntags ab 11 Uhr geöffnet und schließt jeweils um 21 Uhr seine Buden und Stände.

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