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Gesundheit Beim Lachyoga-Tag an der Überwaldbahn Wald-Michelbach wird Warten zum heiteren Vergnügen

Lachen statt Langeweile

Wald-Michaelbach.Auf einen Zug zu warten, ist alles andere als lustig – normalerweise. Ganz anders war es nun beim Familientag der Solar-Draisine. Da hörte man am Bahnhof der Überwaldbahn in Wald-Michelbach nur „Hohoho“ oder „Hihihi“. Denn während sie auf die Rückfahrt nach Mörlenbach warteten, konnten Passagiere mit Lachyogatrainerin Monika Roth die Zeit einfach davonlachen. „Lachen schafft Nähe und legt die Distanz ab“, erklärt Roth und ergänzt: „Wer lacht, der streitet nicht.“

Aufgestellt im Kreis glucksen und prusten Erwachsene und Kinder gemeinsam. Während der eine am Anfang noch zaghaft ist, lacht der andere von Anfang an lauthals mit. „Eine Hemmschwelle ist auf jeden Fall da. Aber man muss es ausprobieren, um zu wissen, ob es was für einen ist“, sagt Roth. Lachyoga soll den Kreislauf in Schwung bringen, von negativen Gedanken befreien und entspannen, so Roth. „Lachen macht einfach glücklich“, ist sie überzeugt.

17 Draisinen waren am Nachmittag in Wald-Michelbach zur Station und doch trauten sich nur wenige Besucher an das Lachyoga heran und beobachteten lieber aus der Ferne. „Am Anfang bedarf es immer noch ein wenig Überredungskunst“, verrät auch Roth. Kurz vor der Abfahrt zurück nach Mörlenbach stand eine zweite Runde Lachyoga auf dem Programm – diesmal nur mit Kindern. „Mit Kindern macht es mir besonders viel Spaß“, freute sich Roth. „Hohoho Hahaha, wir sind die Lachjogis“, rufen die Kinder im Schlachtruf. Gegenseitig helfen sie sich bei den Übungen und begeisterten sich für jedes Spiel.

Eltern schauen zu

„Wir gehen jetzt auf eine Achterbahn“, kündigt Roth unter dem Jubel ihrer Schützlinge an. Bei jedem Auf und Ab der Achterbahnfahrt lachen die Kinder mal laut, mal leise und wippten mit dem Oberkörper nach vorne und nach hinten. Die Runde blüht schließlich beim „Elektroschocker“-Spiel so richtig auf.

Mit gefalteten Händen berühren sich die Kinder kurz gegenseitig an den Fingerspitzen und brechen danach in schallendes Gelächter aus. Der eine oder andere fragende Blick der Eltern bleibt nicht aus. „Man muss es einfach selbst miterlebt haben. Lachyoga ist mehr als nur Lachen und eine seriöse Praxis“, sagt Roth.

„Wer von euch war schon mal in einer Bücherei?“, fragt die Lachtrainerin anschließend in die Runde und schon schnellen die ersten Meldungen in die Höhe. „Dann wisst ihr bestimmt auch, dass man in der Bibliothek ganz leise sein muss“, flüstert Roth den Kindern zu. Leise beginnen die jungen Lachjogis zu kichern und verziehen die Gesichter zu Grimassen.

„Finn, hast du das verstanden?“, fragt Jana ihren kleinen Bruder, der nur verlegen den Kopf schüttelt. „Kein Problem, ich mach’s dir vor.“ Jana erklärte ihrem Bruder die nächste Übung und zeigte ihm, wann er in die Hände klatschen muss. Finn beobachtet seine Schwester konzentriert mit großen Augen und gibt in der Übung sein Bestes. Lachend klatscht er in die Hände, verpasst aber den Einsatz. „Nicht schlimm, dass war schon richtig gut“, lobt Lachyogatrainerin Roth. „Sehr gut, sehr gut, sehr gut, yeah“, rufen auch die Kinder anschließend im Chor.

Applaus für alle Kinder

Roth bestärkt ihre Schützlinge auch in ihren Talenten. Jedes Kind darf unter Applaus der anderen auf der Talentstraße vorführen, was es besonders gut kann. Mats ist sich da am Anfang noch gar nicht so sicher und fragt laut: „Woher soll ich denn wissen, was ich besonders gut kann?“ „Du kannst toll schwimmen“, ruft ihm schließlich Jana zu und kurz darauf präsentiert Mats stolz vor der Gruppe sein Talent und freut sich über das Lob. Alisa präsentierte ihre Künste im Radschlagen. „Eins, zwei Butterfly – drei, vier Trampeltier – fünf sechs Schokokeks – sieben acht Kissenschlacht – neun zehn weitergehen“, singen die Kinder mit Roth nach einer halben Stunde Lachyoga zum Abschluss – bis die Rückfahrt nach Mörlenbach wieder anstand.

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