Metropolregion

Überraschungs-Geburt

Lama-Baby Axel kommt während Wanderung zur Welt

Archivartikel

Völkersweiler.Ganz überraschend - und während einer Lama-Wanderung - hat Muttertier „Sarah“ am Donnerstag ihr Baby „Axel“ auf die Welt gebracht. Ein unvergessliches Erlebnis beim Familienbetrieb Pfalz-Lamas in Völkersweiler, das besonders bei einer der Teilnehmenden für „Schnappatmung“ sorgte, berichtet Rudolf Klotz, der den Betrieb seit rund 20 Jahren führt. Die Frau zählt zu seinen Stammgästen, nahm bereits an 16 Wanderungen teil - und durfte nun den Namen für das Jungtier bestimmen. Für sie hat "Axel" eine ganz besondere Bedeutung, da es zugleich der Name ihres Vaters ist.

Über die Identität des Vaters des kleinen Axel hingegen kann Klotz nur spekulieren. „Aber da die ganze Herde sich liebevoll und fürsorglich um das Tier kümmert, ist das auch nicht so wichtig.“ Nachwuchs gibt es bei den Pfalz-Lamas öfter mal. In der Regel ist dieser jedoch geplant. Allein in diesem Jahr erwartet der Betrieb noch drei weitere Jungtiere. Zudem sind von den 31 Lamas des Hofs drei unter einem Jahr alt.

Trotz der Überraschung - niemand hatte gemerkt, dass Sarah trächtig ist -, lief die Geburt des kleinen Axel reibungslos und unkompliziert ab, so wie es für Lama-Geburten, die in der Regel nach etwa 20 Minuten beendet sind, üblich ist. Die erste Hälfte der Wanderung verhielt sich Sarah vollkommen normal. Als sie sich dann hinlegte und kurz darauf wieder aufstand, lugte das Köpfchen von Axel statt seiner Hufen aus ihr heraus. Eine Drehung später waren die Füße dann auch am richtigen Platz. „Menschen können bei der Geburt nicht wirklich eingreifen und wie so oft muss man der Natur ihren Lauf lassen“, erklärt Klotz.

Dass das Lama-Baby im Anschluss von den Menschen nach Hause getragen werden durfte, ist keine Selbstverständlichkeit. „Das ist nur möglich, weil die Tiere so viel Vertrauen in uns haben. Wie werden von ihnen als Herdenmitglieder betrachtet“, so Klotz. Bei schlechtem Wetter hätte es die Geburt wahrscheinlich nicht gegeben, schmunzelt er. So suchen sich Lamas vorzugsweise sonnige Tage aus und können den Geburtstermin bis zu acht Wochen hinauszögern. Dass es sich an Christi Himmelfahrt auch noch um den Geburtstag von Rudolf Klotz handelte, freut ihn besonders: „Ein schöneres Geburtstagsgeschenk hätte man mir nicht machen können.“

Bis der kleine Axel selbst an den Wanderungen teilnehmen darf, werden noch mindestens sechs bis sieben Monate vergehen. In dieser Zeit sollte das Jungtier auch nicht weiter von Menschen angefasst werden - um eine Prägung auf sie zu vermeiden. Denn das kann ganz schön gefährlich für den Menschen werden. „Bei einer Fehlprägung sieht ein ausgewachsenes, geschlechtsreifes Lama den Menschen als Konkurrenz an und verhält sich ihm gegenüber aggressiv“, erklärt Rudolf Klotz.  

Der Betrieb des Familienunternehmens läuft seit dem 18. Mai wieder wie gewohnt. „Bei den Wanderungen können wir sehr gut auf den Sicherheitsabstand achten“, so Rudolf Klotz.

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