Metropolregion

Denkmal Förderverein kümmert sich um den Wiederaufbau des Ruppertsberger Teehauses / Bei Brand 2014 zerstört

„Lustschlösschen“ entsteht in neuem Glanz

Archivartikel

Ruppertsberg.Die Sanierung des am 4. November 2014 abgebrannten historischen Teehauses am westlichen Ortsrand der pfälzischen Weinbaugemeinde Ruppertsberg (Kreis Bad Dürkheim) macht sichtbare Fortschritte. Genau ein Jahr und 40 Tage nach der Gründung des Fördervereins für den Wiederaufbau und Erhalt dieser wohl schönsten Landmarke in der Pfalz wird am Sonntag von 11 bis 13 Uhr in der 1400-Einwohner-Gemeinde Richtfest gefeiert.

„Wir wollen möglichst vielen Freunden und Helfern die Möglichkeit bieten, an einem freien Tag dieses Richtfest mitzuerleben,“ sagt die Vereinsvorsitzende Birgit Franz. Den Richtspruch wird Zimmermann Fritz Woidy (Ruppertsberg) verfassen, der in seinen Dank vor allem das bayerische Holzunternehmen Alexander Gumpp aus der Ruppertsberger Partnergemeinde Binswangen einschließen wird. Dieses hatte 18 Kubikmeter fertig geschnittenes Bauholz für den Dachstuhl und die „Laterne“ in die Pfalz gebracht, ohne etwas in Rechnung zu stellen.

Die Ruppertsberger und der Förderkreis wissen diese Spende im Wert von rund 50 000 Euro zu schätzen, denn die Wiederherstellung des Teehauses als Wahrzeichen der Gemeinde wird voraussichtlich etwa 800 000 Euro kosten. Mit 17 Mitgliedern startete der Förderverein am 16. Mai 2017 – heute gehören ihm mehr als 100 Förderer aus der ganzen Kurpfalz an. Seine Aktivitäten werden weit über die Region hinaus beachtet: Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz will am 9. September beim „Tag des offenen Denkmals“ das Ruppertsberger Sanierungsprojekt in den landesweiten Fokus rücken.

Gutachter nötig

Bis dahin werden die Männer vom Bau noch einiges an dem klassizistischen Gartenpavillon aus dem Jahr 1844 zu tun haben. Auch vor unangenehmen Überraschungen sind sie nicht sicher. So musste bereits ein Gutachter wegen Schwammbefalls in der Holzdecke und Mauerkrone hinzugezogen werden. Und zur Sicherung des Stucks über dem Salon waren komplizierte Restaurationsarbeiten nötig. „Aber jetzt geht alles ganz schnell – wenn das Wetter mitspielt,“ glaubt Birgit Franz. Das weithin sichtbare Ruppertsberger Teehaus hatte vor über 170 Jahren bei seinem Bau keinen unmittelbar praktischen Zweck. Im Gegensatz zu den Rebhüterhäuschen war es von Beginn an als „Lustschlösschen“ konzipiert. Besitzerin Bettina Bürklin-von-Guradze, die das kleine Haus im September 2017 dem Förderverein übertrug, weiß von ihren Vorfahren, dass zum Beispiel Geheimrat Albert Bürklin bei Kutschfahrten von seinem Palais in Karlsruhe in die Pfalz für eine Teestunde immer Halt in Ruppertsberg machte: „Hier wurde Teekultur zelebriert.“

So oder ähnlich soll es auch wieder werden, wenn das Ruppertsberger Teehaus wieder in Betrieb genommen werden kann: Standesamtliche Trauungen und private Feste, kulturelle Veranstaltungen und sonstige Festivitäten sollen das Teehaus zu einem attraktiven Treffpunkt an der Deutschen Weinstraße machen.