Metropolregion

Worms Polizei sichert mit mehr als 100 Einsatzkräften Veranstaltungen nach Tod einer jungen Frau

Mahnwache und Protest bleiben friedlich

Worms.In Sichtweite haben gestern Abend sowohl die AfD als auch ein „Bündnis gegen Naziaufmärsche“ der 21-jährigen Frau gedacht, die in der Nacht zum vergangenen Mittwoch in Worms erstochen worden war. Nach Polizeiangaben beteiligten sich jeweils etwa 200 Menschen an den beiden Veranstaltungen, die durch Absperrungen und starke Polizeikräfte voneinander getrennt wurden. Bei der AfD seien es etwas mehr Besucher gewesen. Es habe keinerlei Störungen und Zwischenfälle gegeben, sagte ein Polizeisprecher nach Ende der Veranstaltungen.

Die Polizei war erneut mit einem großen Aufgebot in Worms vertreten. Nach Angaben des Sprechers seien mehr als 100 Einsatzkräfte auf alles vorbereitet gewesen. Die AfD hatte zur Mahnwache vor dem Lutherdenkmal im Wormser Stadtzentrum eingeladen. Dazu war der Platz rundum mit Absperrgittern gesichert worden. Auf dem nur wenige Meter entfernten Parmaplatz formierte sich gegen 17.30 ein stiller Protest gegen die Mahnwache. Dazu aufgerufen hatte das „Bündnis gegen Naziaufmärsche“. Die AfD schüre Hass und instrumentalisiere Verbrechen, sagte Bündnis-Sprecherin Silvia Schall. Ultrarechte Politiker erinnerten nicht ehrlich, sondern missbrauchten die Taten für ihre Zwecke. „Wer an die tagtägliche Gewalt gegen Frauen erinnern will, hat dazu zahlreiche Möglichkeiten, nicht zuletzt im Landtag von Rheinland-Pfalz.“ Stattdessen werde hier Stimmung gemacht gegen Ausländer und besonders Flüchtlinge.

Unter Applaus begrüßte Schall auch den Wormser Oberbürgermeister und sagte ihm die Solidarität der Menschen zu. Kissel hatte nach einem öffentlichen Aufruf zur Besonnenheit und gemeinsamer Trauer mit der Familie des Opfers eine Morddrohung erhalten.

Bewusst beendeten die ebenfalls etwa 200 Menschen den stillen Protest gegen die AfD-Mahnwache noch vor Beginn der Gegenveranstaltung um 18 Uhr. Etwa 75 Menschen feierten in Anschluss daran einen Gedenkgottesdienst für die getötete Frau im Wormser Dom.

Die AfD hatte auf den Stufen des Lutherdenkmals einige Grablichter drapiert und Plakate aufgestellt mit den Aufschriften „Kandel, Mainz, Bad Kreuznach Worms ...“ und „Es reicht! Endlich Konsequenzen ziehen“.

Landtagsfraktionschef Uwe Junge forderte unter Applaus die sofortige Ausweisung straffällig gewordener Asylbewerber, medizinische Altersfeststellungen junger Asylbewerber, angemessene Grenzsicherungen und die Erklärung von Tunesien, Algerien und Marokko zu sicheren Herkunftsländern. Der Freund der getöteten Wormserin ist Tunesier und war zur Abschiebung polizeilich gesucht worden.

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