Metropolregion

Mannheim/Heidelberg: Polizei kündigt verstärkte Kontrollen von Fahrradfahrern und E-Scootern an

Archivartikel

Mannheim.Das Polizeipräsidium Mannheim hat angekündigt, gemeinsam mit den städtischen Ordnungsdiensten in Mannheim und Heidelberg ab Montag, 4. November, den Fokus bei Kontrollen auf Radfahrer und E-Scooter-Fahrer zu legen. Die intensiven Kontrollen seien zunächst bis Sonntag, 17. November, angesetzt. Eigene Feststellungen im täglichen Streifendienst sowie die Ergebnisse der Kontrollwoche im August und die Auswertung der Verkehrsunfallzahlen hätten zu diesem Entschluss geführt. Durch die gezielten Kontrollen sollen die Verkehrsteilnehmer zu verkehrsgerechtem und sicherem Verhalten angehalten werden. Neben der Ahndung von Verstößen soll der Schwerpunkt in der Prävention liegen.

Nach mehrjähriger Erfahrung mit der Aktion plus5 in Heidelberg sei zu konstatieren, dass Aufklärung allein nicht in dem erforderlichen Maße zur Verhinderung von Verkehrsunfällen unter Beteiligung von Fahrradfahrern ausreichend sei, so die Mitteilung. In Heidelberg und Mannheim sei die Zahl der Radunfälle um rund 15 Prozent beziehungsweise rund 19 Prozent gestiegen. Unfallursache sei hierbei nicht nur rücksichtsloses Verhalten von Kraftfahrern, sondern häufig auch die Missachtung der Verkehrsregeln durch die beteiligten Fahrradfahrer.

Auch E-Scooter-Fahrer seien oft verkehrswidrig unterwegs. Die häufigsten Fehler seien das Fahren zu zweit, innerhalb von Fußgängerzonen, auf Gehwegen und auf Fahrbahnen entgegen der Fahrtrichtung. Auch Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz stellte die Polizei fest, ebenso wie das Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Zudem würden die genutzten E-Scooter behindernd auf Verkehrsflächen und Gehwegen abgestellt oder an Stellen, an denen dies ausdrücklich untersagt ist. Auch fühlten sich Fußgänger durch E-Scooter-Nutzer bedrängt und oft genötigt. Von Juni bis September sei es zu zehn Verkehrsunfällen gekommen, an denen E-Scooter beteiligt waren, sieben Personen seien dabei leicht verletzt worden.

Die Polizei weist darauf hin, dass es sich bei E-Scootern um Kraftfahrzeuge handelt und für ihre Fahrer dieselben Alkoholgrenzwerte gelten wie für Autofahrer. Wer alkoholisiert mit 0,5 bis 1,09 Promille unterwegs ist, aber keine alkoholbedingten Auffälligkeiten zeigt, riskiert ein Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot. Bei einer Blutalkoholkonzentration ab 1,1 Promille oder bei alkoholbedingten Ausfallerscheinungen bereits ab 0,3 Promille liegt eine Straftat vor – es droht der Führerscheinentzug. Für Fahranfänger unter 21 Jahren gilt auch auf dem E-Scooter die 0,0-Promille-Regel.