Metropolregion

Geburtstag Udo Scholz wird heute 80 Jahre alt / Stadionsprecher der Mannheimer Adler isst mit der Mannschaft und trifft anschließend alte Freunde

Meisterschaft wäre schönstes Geschenk

Rhein-Neckar.Er tourte mit Heintje und The Who, erfand einen bekannten Fußball- Schmähgesang und gilt seit einem Vierteljahrhundert als die Stimme der „Adler“: Udo Scholz, der gebürtige Sauerländer mit Wohnsitz in der Pfalz und einem Herzen für den Mannheimer Eishockeyclub. Dass er dessen Stadionsprecher bleiben will, wäre eigentlich nicht überraschend, wenn Scholz heute nicht seinen 80. feiern würde. In einem Alter, in dem manche lange in Rente sind, gilt für ihn: „Weitermachen wie gehabt.“

Dabei liegen aufregende Tage vor ihm, denn für die Adler geht es diesmal um den Titel. „Das wäre mein schönstes Geschenk“, sagt Scholz. „80 Jahre alt, 25 Jahre Adler –und deutscher Meister.“

Einst hatte der Sohn eines Eisenbahners selbst kräftig Sport getrieben. Bei Rot-Weiß Lüdenscheid spielte er Fußball. „Ich war recht schnell unterwegs.“ Doch als er 22 war, beendete eine Verletzung die Karriere. Als er, noch auf Krücken, im Stadion die Ansage machte, sprach ihn ein Vertreter von Borussia Dortmund an und fragte, ob er nicht für den BVB den Sprecher bei Bundesligaspielen machen wolle. Und Scholz wollte.

Gute 20 Jahre beim FCK

Nach einem Umzug in den Südwesten machte der gelernte Kaufmann von 1973 bis 1994 beim 1. FC Kaiserslautern auf dem Betzenberg weiter. Dort erfand er nach eigenen Angaben den Schlachtgesang „Zieht den Bayern die Lederhosen aus!“ Auch bei 50 Länderspielen der Nationalelf war er zu hören.

Sozial engagiert

1994 ereilte ihn eine Anfrage der „Adler“, die einen Sprecher suchten. „Seit der Zeit bin ich dabei und habe noch kein Spiel versäumt“, sagt Scholz. Zu den Auswärtsspielen fährt er im Fanbus mit. „Da bleibst du einfach fit.“ Sein Einsatz bei den Adlern beschränkt sich nicht auf die Stadionansagen: Er engagiert sich auch für den gemeinnützigen Verein „Adler helfen Menschen“ und die Vesperkirche, oft ist er nach eigenen Angaben bei sozialen Veranstaltungen dabei.

Doch es gibt auch ein Leben abseits des Sports: Scholz, der bis zum Alter von 65 als Handelsvertreter arbeitete, war in der Jugend Promotion-Manager in der Musikbranche, machte von 1968 bis 1974 Promotion für Heintje. Vor 50 Jahren habe man in Berlin an fünf Tagen die Deutschlandhalle gefüllt, sagt er. „Das war eine dolle Zeit.“ In seinem Heimatort Friedelsheim (Kreis Bad Dürkheim) besaß er lange die Weinstube „Haardtblick“, der neuen Eigentümerin hilft er dennoch weiter. Zudem ist er für die FDP im Gemeinderat, für den er wieder kandidiert.

Doll wird es auch heute: Nach einer Verabredung am Vormittag steht ein Essen mit der Mannschaft an, nachmittags trifft er alte Freunde wie Ex-Fußball-Nationalspieler Hans-Peter Briegel und König Cephas Bansah aus Ludwigshafen. Wo? Im „Haardtblick“.