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Landgericht Frankenthal

Mordprozess in Frankenthal: Hauptverhandlung tränenreich unterbrochen

Frankenthal.„Was hast du jetzt geschafft? Was hast du jetzt geschafft?“ Unter Tränen berichtet der 69-Jährige auf der Anklagebank von den Momenten des schicksalhaften Abends im März, an dem er seine Ehefrau in seiner Wohnung in Neuhofen mit zwei Kopfschüssen getötet haben soll.

Als er die Geschehnisse, die zu der Extremsituation geführt haben sollen, im Gerichtssaal schildert, übermannen den Angeklagten immer wieder seine Emotionen. Letztlich unterbricht der Vorsitzende Richter Alexander Schräder die Befragung. Sie soll am Nachmittag fortgesetzt werden.

Bis dahin hat der 69-Jährige ausführlich von seiner Beziehung zu der Frau gesprochen, die er im Jahr 1968 kennenlernte und mit der er seitdem zusammen und 45 Jahre verheiratet war. Seit 2013 habe ihn die am Tatabend 66-Jährige insgesamt acht Mal verlassen. Beim ersten Mal sei sie vom Einkaufen einfach nicht mehr nach Hause gekommen. „Ich wusste gar nicht, was los ist. Ich dachte, ich bin im falschen Film“, erinnert sich der Angeklagte. Nach einigen Tagen oder Wochen sei seine Frau jedoch immer zu ihm zurückgekehrt, auch wenn sie sich zwischendurch andernorts Wohnungen gemietet hatte. Einmal habe sie ihn Angezeigt, weil er gewalttätig gewesen sei. Kurz darauf habe sie die Scheidung eingereicht. Beides habe sie jedoch wieder zurückgezogen.

„Sie hat mir nie gesagt, warum sie weggegangen ist“, sagt der 69-Jährige. Ihm sei das alles merkwürdig, teilweise auch geheimnisvoll vorgekommen, doch er habe sie immer wieder bei sich aufgenommen. Am Abend ihres Todes sei die 66-Jährige gerade von einem mehrwöchigen Aufenthalt in Hamburg zurückgekommen. Sie habe ihm gesagt, dass sie nicht mehr zu ihm zurückkehren werde, dass es besser so sei.  „Das war, als ob mir jemand auf den Kopf geschlagen hätte, als wäre ich im luftleeren Raum“, sagt der Mann unter Tränen. Dann wird seine Aussage undeutlich. Erst die wiederholte Frage ist wieder zu verstehen: „Was hast du jetzt geschafft?“

Am Vormittag hatte das Schwurgericht einen Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit für die Zeit der Vernehmung von Rechtsanwältin Katja Kosian abgewiesen. Diesen hatte sie beantragt, weil ihrer Ansicht nach in der Einlassung des Mannes „Tatsachen aus dem engsten und innersten Persönlichkeitsbereich“ des Angeklagten, aber auch des Opfers zur Sprache kommen werden.

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