Metropolregion

Freizeit Trekking findet als Wandertrend immer mehr Anhänger / Schlafen unter freiem Himmel abseits der Wege

Nachts allein mit Fuchs und Reh

Archivartikel

Maikammer.Auf schmalen, geheimnisvollen Pfaden den Wald entdecken – dann die Nacht auf einem Platz unter freiem Himmel oder allenfalls unter dem Dach stämmiger Eichen oder Buchen in einem Zelt und Schlafsack verbringen: Das sind die Hauptelemente eines neuen Wandertrends, der als „Trekking“ immer mehr Freunde findet. Doch ganz ohne ordnende Hand geht es nicht: In der Pfalz wurden seit 2009 insgesamt 14 überwiegend naturbelassene Trekkingplätze eingerichtet, die sich mit Hilfe von GPS-Daten abseits der normalen Wanderwege leicht finden lassen.

Von April bis Oktober ist das Übernachten unter freiem Himmel im Biosphärenreservat Pfälzerwald/Nordvogesen erlaubt. Naturbegeisterte Wanderer finden bei Mehrtages-Touren jeweils sieben Trekkingplätze im weiten nordpfälzischen Bereich mit seinen mythischen Ausblicken um den 687 Meter hohen Donnersberg herum oder zwischen Maikammer und Dörrenbach in den oft düsteren Tiefen des Pfälzerwaldes. Dort sind die Wanderer zwischen Abend und Morgen „allein mit Fuchs und Reh“, wie es bei den Pfalz-Touristikern heißt.

Feuerstelle und Klohäuschen

Alle Plätze, nicht weit von den bekannten Wegen entfernt – aber abseits der Ortschaften und der gängigen Wanderwege – sind nur zu Fuß zu erreichen und verfügen über bis zu sechs kleine Zeltplätze, eine Feuerstelle mit rustikalen Sitzmöglichkeiten und ein etwas abseits stehendes kleines Toilettenhäuschen aus Holz. Mehr gibt es dort nicht – Verpflegung und Wasser muss man im Rucksack selber mitbringen. Und beim Abschied aus dieser Idylle heißt es: „Hinterlasse nichts außer deinen Fußspuren und nimm nichts mit außer deinen Eindrücken . . .“

„Trekking“ – das ist die Bezeichnung für mehrtägige Wanderungen unter Verzicht auf feste Unterkünfte wie Gasthäuser oder Waldhütten – abseits von jeglicher Infrastruktur wie Straßen und Wegen. Früher nannte man diese Form der Wanderung auf Deutsch einfach „Zelten“, doch nun wurde der niederländisch-plattdeutsche Begriff „Trekking“ ins Repertoire der Touristiker eingeführt. Die sind begeistert, denn immer mehr Freunde des Waldes nutzen diese romantische, aber keineswegs besonders bequeme Form des Wanderns. „Man ist natürlich schnell auch in einem nahen Ort – aber der Sinn dieser Wanderform ist das Einswerden mit der Natur,“ heißt es beim südpfälzischen Büro für Tourismus in Leinsweiler (Telefon 06345/35 31).

Eine exakte Ortsbeschreibung gibt es in keinem Wanderprospekt. Wer auf einen der 14 Trekkingplätze gelangen will, muss sich zunächst bei einem der beiden Tourismusbüros in Landau (Telefon 06341/94 04 07) für den Bereich Südpfalz oder in Kirchheimbolanden (Telefon 06352/ 17 12) für das Donnersberger und Lauterer Land melden. Dort weist man ihm per Touren-App (man kann sich dort auch ein GPS-Gerät ausleihen) den Weg – die Kosten pro Tag belaufen sich auf fünf Euro, pro Wochenende auf zehn Euro und für eine ganze Woche auf 25 Euro. Außerdem muss eine Kaution von 50 Euro hinterlegt werden.

Wo befinden sich die geheimnisvollen Trekkingplätze? So viel sei verraten: Im Norden zum Beispiel am Südhang des Donnersbergs, im Norden von Frankenstein, im Westen von Lambrecht oder bei Ramsen und im Süden nahe der Wegscheid bei Oberotterbach, im Raum Annweiler, zwischen Eußerthal und Taubensuhl und unterhalb der 673 Meter hohen Kalmit.