Metropolregion

Brauchtum In Neustadt wird heute Abend die 70. Deutsche Weinkönigin gewählt / Pfälzer Hoheit Inga Storck ist noch im Rennen und blickt auf ihr Amtsjahr zurück

Nächstes Ziel: Bachelor-Arbeit fertigschreiben

Archivartikel

Neustadt.Ihre Wahl zur 79. Pfälzer Weinkönigin vor einem Jahr hat das Leben der Zellertalerin Inga Storck ganz schön durcheinander gebracht. Nun gehen die aufregenden Erlebnisse vielleicht erst richtig los, denn heute Abend ist die 26-Jährige aus dem 850-Einwohner-Weinort Einselthum (Donnersbergkreis) eine von sechs Kandidatinnen bei der Wahl der 70. Deutschen Weinkönigin im Saalbau in Neustadt. Sollte die Weinbaustudentin als elfte Pfälzerin die Krone erobern, kämen bis Herbst 2019 wohl mehr als die etwa 200 Termine für den Pfalzwein auf sie zu.

„Einige liebgewordene Aspekte meines Privatlebens habe ich wegen meiner einjährigen Amtszeit als Pfälzer Weinkönigin schon opfern müssen, zuvor wegen drei Jahren als Zellertaler Weinprinzessin, vor allem aber wegen des Studiums am Weincampus in Neustadt.“ Dieser duale Studiengang mit praktischer Ausbildung wird Inga Storck die nächsten Wochen weiter beschäftigen: Sie will ihre Bachelor-Arbeit zu Ende bringen.

Bis dahin werden Fasnacht und närrisches Damenballett aus dem Terminkalender gestrichen. Auch als Nachwuchstrainerin des TV Mölsheim legt sie eine Pause ein, und ihr „Hobby“ als Weinverkäuferin der Winzergenossenschaft Herxheim muss ebenfalls ruhen. Doch traurig macht sie das nicht: „Ich habe im zurückliegenden Jahr als Weinkönigin und während meiner Ausbildung meinen Horizont erheblich erweitern können, das wiegt vieles total auf.“ Praktika in Weingütern in England und im Burgenland/Österreich haben ihr die Augen auch für ungewöhnliche moderne Betriebe in der Ferne geöffnet.

Deutschland kennengelernt

Als Repräsentantin des Pfälzer Weins hat Inga Storck „viel deutsche Heimat“ kennengelernt: zum Beispiel „das zauberhafte Dillenburg“ in Hessen, aber auch viele romantische Dörfer, die sie vorher nicht einmal dem Namen nach kannte. „Viel Freude gemacht hat mir aber auch meine Präsentation bei Weinfesten in der Pfalz mit den oft geöffneten alten Winzerhöfen. Auch hier gab es viel zu entdecken.“ Und viele Menschen unterschiedlicher Natur wurden für sie zum „Studienobjekt“ und bescherten ihr neue Erfahrungen.

„Die Pfalz – Genuss für alle Sinne“: Mit dem Werbespruch machte sie auf ihre Heimat aufmerksam. Nur in Berlin hatte sie keinen Termin, was sie im Nachhinein jedoch gelassen sieht: „Ich war zweimal in München, in Brüssel und in Polen – ich kann mich hinsichtlich meiner Reiseziele nicht beklagen.“ Interessant war, „wie die Leute zum Beispiel im Münsterland über den Wein, seine Qualität und seinen Preis denken. Da glaubte in Soest eine Frau doch tatsächlich, dem Winzerstand mit dem Kauf eines Billigweins von drei Euro pro Flasche entscheidend helfen zu können.“