Metropolregion

Justiz Am Freitag Entscheidung über Revision zu tödlichem Unfall im Holiday Park

Oberlandesgericht prüft Urteil

Rhein-Neckar.Der tödliche Unfall eines Mädchens im Holiday Park in Haßloch beschäftigt am kommenden Freitag, 20. April, das Pfälzische Oberlandesgericht Zweibrücken. Gut drei Jahre und acht Monate nach dem Tod der Elfjährigen aus Kelsterbach bei Frankfurt wird das Urteil des Landgerichts Frankenthal überprüft. In dem Berufungsprozess vor dem Landgericht war es für die beiden Angeklagten beim Freispruch geblieben. Gegen diese Entscheidung haben die Eltern, die als Nebenkläger auftreten, und die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt.

Das Oberlandesgericht kann diese Revision nach Angaben von Gerichtssprecher Erik Kießling gegebenenfalls als unzulässig oder unbegründet verwerfen – dann bleibt es für die 43 und 32 Jahre alten Angeklagten beim Freispruch. Oder es kann die Vorentscheidung aufheben und zur Neuverhandlung an das Landgericht zurückverweisen. „Dann würde das Verfahren von vorne anfangen“, sagt Kießling. Nach seiner Einschätzung ist damit zu rechnen, dass noch am Freitag eine Entscheidung fällt.

Das elf Jahre alte Mädchden aus Hessen war am 15. August 2014 in dem Fahrgeschäft Spinning Barrels („Drehende Fässer“) von den Plattformen erfasst worden, als das Karussell startete. Sie wurde überrollt und tödlich verletzt. Wegen des Vorfalls waren ursprünglich drei Männer, zur Unglückszeit alle Mitarbeiter des Parks, wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht gekommen.

In der ersten Instanz vor dem Amtsgericht Neustadt war der damals 22 Jahre alte Ex-Bediener des Fahrgeschäfts wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Gericht hatte es als erwiesen angesehen, dass er die Tür zum Fahrgeschäft offengelassen hatte, so dass Mutter und Tochter zu einem Zeitpunkt in das Karussell gelangten, als dies nicht mehr hätte sein dürfen.

Freigesprochen wurden die damaligen Vorgesetzten des Mannes - ein heute 32 Jahre alter Ex-Steward, der Bediener des Fahrgeschäfts eingewiesen hatte, und der 43-jährige „Operations Manager“, der den ganzen Betrieb des Parks überwacht. Dagegen hatten Staatsanwaltschaft und Eltern Berufung eingelegt. dpa