Metropolregion

Indonesien Weinheimer Geistlicher nach Angriff auf Intensivstation / Kontakt zur Familie

Pater bei Anschlag verletzt

Weinheim.Der Weinheimer Jesuitenpater Karl-Edmund Prier ist bei einem Attentat auf der indonesischen Insel Java schwer verletzt worden. Wie der Jesuitenorden in Deutschland auf seiner Internetseite berichtet, attackierte der Attentäter bei der Sonntagsmesse in Sleman in der Provinz Yogyakarta mehrere Gläubige mit einem Samuraischwert. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar; christliche Kirchen seien in Indonesien aber häufig Ziel islamistischer Attentäter.

Der 22-jährige Angreifer war in die St. Lidwina-Kirche eingedrungen, wo Prier den Gottesdienst feierte. Der Attentäter verletzte den Jesuitenpater am Kopf. Außerdem habe der Täter einer Jesus- und einer Marienstatue die Köpfe abgeschlagen. Zunächst hätten Gläubige versucht, den Mann zu stoppen. Schließlich sei er von Polizisten angeschossen und festgenommen worden, heißt es. Die Verletzten wurden ins Krankenhaus gebracht, nach Berichten indonesischer Medien ist ihr Gesundheitszustand stabil.

Prier liegt nach einer Operation noch auf der Intensivstation, berichtet Neffe Christian Prier dieser Zeitung. Die Familie in Weinheim werde von einem befreundeten Jesuitenpater, der Prier im Krankenhaus besuchen konnte, auf dem Laufenden gehalten. „Er hat die Operation und die Nacht zum Montag zum Glück gut überstanden und ist ansprechbar“, berichtet der Neffe. In asiatischen Medien entdeckte er ein Video, das im Krankenhaus aufgenommen wurde. Dort sei im Hintergrund sein Onkel zu sehen gewesen.

Karl-Edmund Prier ist der Bruder von Rudolf Prier, der mit seinem Sohn Christian in Weinheim einen Großhandel für Bäder, Heizung, Küchen, Öfen und Werkzeuge führt. Der 80-jährige Jesuitenpater lebt seit 1964 in Indonesien. Zuletzt war er 2016 in Weinheim. „In diesem Sommer will er uns besuchen“, sagt Christian Prier und fügt hinzu: „Hoffentlich hat er sich bis dahin wieder ganz erholt.“