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Spendenaktion Frankenthaler an Leukämie erkrankt / Nur eine Stammzellspende kann sein Leben retten / Registrierungsset nach Hause bestellen

Pfälzer sucht genetischen Zwilling

Archivartikel

Frankenthal.Christian Langguth war nie krank. „Höchstens mal eine Grippe“, berichtet seine Frau Heidi. Doch vor einigen Wochen kam dann der Hammer: Die Ärzte entdeckten, er ist an Leukämie erkrankt. Um zu überleben, braucht der 56-Jährige dringend eine Stammzelltransplantation. Die Suche nach einem genetischen Zwilling läuft auf Hochtouren – wegen Corona allerdings zwangsläufig in gebremstem Tempo. Deshalb appelliert die Familie aus Frankenthal, dass sich potenzielle Spender ein Registrierungsset nach Hause bestellen und den Abstrich mit Wattestäbchen selbst vornehmen. Die Horror-Diagnose war nicht der einzige Schicksalsschlag für die Familie: Vor sechs Wochen starb Christian Langguths Bruder, plötzlich und unerwartet, noch bevor die Leukämie entdeckt worden war. „Er wäre der beste Spender gewesen“, sagt Heidi Langguth.

Nach dem Tod des Bruders blieb Langguth ein paar Tage zu Hause. Doch am ersten Arbeitstag musste er nach zwei Stunden abbrechen: Kreislaufbeschwerden, Atemnot nicht nur beim Treppensteigen. Alle Anzeichen deutete die Familie als Reaktion auf den Tod des Bruders. Doch die Diagnose des Arztes lautete anders.

Schwere Lungenentzündung

Die Chemotherapie bedeutete das volle Programm: Durchfall, Nasenbluten, es kam zu Einblutungen in beiden Augen, so dass er nicht mehr gut sieht, sich weder durch Fernsehen noch sein Hobby Malen ablenken kann. Außerdem erwischte ihn eine schwere Lungenentzündung, er musste 14 Tage auf die Intensivstation. Zudem verlor er in 14 Tagen zehn Kilo Gewicht. „Man bekommt einen Schrecken nach dem anderen“, sagt Heidi Langguth im Gespräch mit dieser Redaktion. Gleichwohl hat die Familie nicht aufgegeben, sucht mit Macht nach einem potenziellen Spender, der Langguths Leben retten kann. Normalerweise werden in solchen Fällen unter Mithilfe der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) große Spendenevents veranstaltet, bei denen sich viele Menschen testen und in die Datei aufnehmen lassen können. Das funktioniert aber in der Pandemie so nicht. Deshalb appelliert Heidi Langguth an die Menschen, sich ein Testkit nach Hause kommen zu lassen und dort selbst einen Abstrich vorzunehmen.

Unter der eigens eingerichteten Internetadresse www.dkms.de/christian-braucht-uns kann sich jeder die Registrierungsunterlagen nach Hause bestellen. Dort wird genau erklärt, wie sich mittels drei medizinischer Wattestäbchen ein Wangenschleimhautabstrich vornehmen lässt. Besonders wichtig: Die Wattestäbchen müssen nach dem Abstrich möglichst schnell zurückgesendet werden, damit ein Labor die Gewebemerkmale bestimmen und in die Spenderdatei eintragen kann.

Wer sich schon einmal hat registrieren lassen, braucht dies nicht mehr zu tun. Seine Daten stehen weltweit zur Verfügung. Doch je mehr Spender es gibt, desto größer ist die Chance, den genetischen Zwilling zu finden. Auch Geldspenden helfen, da jede Neuaufnahme eines Spenders 35 Euro kostet. Ein Spendenkonto für Christian Langguth ist eingerichtet bei der Kreissparkasse Tübingen, IBAN: DE64 6415 0020 0000 2555 56, Verwendungszweck LPS 270 Christian.

Info: www.dkms.de/christian-braucht-uns

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