Metropolregion

Polizei zieht Bilanz: Weitgehend friedliche Fasnacht in der Region

Archivartikel

Rhein-Neckar.Die närrischen Tage in der Region sind vorbei. Das Polizeipräsidium Mannheim zieht Bilanz und spricht von einem insgesamt ruhigeren Einsatzgeschehen als in den Vorjahren – mit wenigen Ausnahmen.

Besonders erfreulich war nach Angaben der Beamten der Verlauf der Mannheimer Straßenfastnacht. Es kam zu keinen nennenswerten Vorkommnissen, lediglich mehrere betrunkene Personen mussten den Rettungsdiensten übergeben werden. Auch der gemeinsame Umzug der Städte Mannheim und Ludwigshafen mit rund 300 000 Besuchern blieb ereignislos.

Auch die Umzüge in den Mannheimer Vororten blieben störungsfrei.Ohne Probleme verliefen auch die Feierlichkeiten nach den jeweiligen Umzügen in den Gaststätten und auf den öffentlichen Plätzen.

Im Stadtgebiet Heidelberg kam es beim Fasnachtsumzug am Dienstag zu einer Bedrohung, vier Beleidigungen zum Nachteil von Polizeibeamten, einem Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und einer Sachbeschädigung.

Störungsfrei verliefen auch die Veranstaltungen am Dienstag in Brühl, Nußloch, St.Leon-Rot, Rettigheim und Weinheim. In Eberbach wurde ein Mann wegen des Zeigens des "Hitlergrußes" zur Anzeige gebracht, insgesamt kam es während der Feierlichkeiten zudem zu zwei Körperverletzungsdelikten und einer Festnahme. Sechs Platzverweise wurden erteilt.

Tumult an Weiberfasnacht in Oftersheim

In Oftersheim waren Beamte den Angaben zufolge an Weiberfasnacht wegen Körperverletzungsdelikten im Einsatz. Ein 20-Jähriger hatte dabei mehrere Schneidezähne verloren. Auf dem Rathausplatz kam es zwischenzeitlich zu tumultartigen Szenen, wie die Beamten mitteilen. Zwei Gruppen waren aneinandergeraten. Die Polizei musste Pfefferspray einsetzen, gegen einen 19-Jährigen sogar einen Schlagstock. Mehrere Personen waren wegen des Pfeffersprays in Behandlung. Ein Polizeibeamter wurde verletzt. 

In Dielheim warf ein 28-Jähriger bei einer Fasnachtsveranstaltung am "Schmutzigen Donnerstag" Becher in die Menge. Nachdem er ein Hausverbot erteilt bekommen hatte, pöbelte er Besucher auf dem Vorplatz der Party an. Einem Platzverweis kam er nicht nach, stattdessen randalierte er weiter, wie die Beamten mitteilen. Sie fesselten den 28-Jährigen mit Handschellen und nahmen ihn in Gewahrsam. Der Mann beleidigte die Polizeibeamten, er hatte 1,72 Promille.

In Ketsch zählte die Polizei beim närrischen Treiben am Sonntag zwei Widerstände gegen Vollstreckungsbeamte, zwei wechselseitige Körperverletzungsdeliktn, zwei Sachbeschädigungen, eine Beleidigung zum Nachteil von Polizeibeamten und 8 Platzverweise.

Beim Faschingsumzug in Hockenheim sind am Samstag mehrere alkoholisierte Besucher durch Straftaten aufgefallen. Wie die Polizei berichtete, versammelten sich auch in diesem Jahr wieder viele stark alkoholisierte jugendliche Besucher zum närrischen Treiben im innerstädtischen Bereich. Aufgrund exzessiven Alkoholgenusses kam es dann am späten Nachmittag zu diversen Körperverletzungsdelikten sowie teilweise aggressivem Verhalten gegenüber Teilnehmern der Veranstaltung und den dort eingesetzten Polizei- und Rettungskräften.

Seitens der Polizeiführung mussten weitere Kräfte zum Umzug beordert werden. Diese räumten den innerstädtischen Bereich, worauf sich die Lage dort wieder entspannte. Am Bahnhof kam es dann zu einem weiteren größeren Polizeieinsatz. Hier musste der Bahnverkehr kurzfristig verlangsamt werden, um alkoholisierte Personen nicht zu gefährden. 

In der Verbandsgemeinde Rheinauen und Mutterstadt verliefen die Umzüge am Dienstag laut Polizei weitgehend störungsfrei. Trotz des regnerischen Wetters wurde die Feierlaune der Besucher nicht getrübt. In Neuhofen kam es zum Ende der Veranstaltung zu einem Angriff auf Rettungs-und Polizeikräfte. Ein 18-Jähriger musste wegen zu hohen Alkoholkonsums in ein Krankenhaus gebracht werden. Dagegen wehrte er sich und schlug auf eine Rettungskraft ein. Gegen die hinzugerufene Polizei leistete er Widerstand und beleidigte die Einsatzkräfte. Eine Beamtin wurde dabei leicht verletzt, konnte aber weiter ihren Dienst verrichten.

In Waldsee kam es bei der Anschlussveranstaltung zu zwei Körperverletzungen, einer Beleidigung und einem Platzverweis. Zudem wurde ein 17-Jähriger kontrolliert, der mit einem Atemalkoholwert von 1,91 Promille auf sein Fahrrad steigen wollte. Der junge Mann konnte von seinem Vater abgeholt werden. In Mutterstadt kam es nach dem Umzug zu einer Auseinandersetzung zwischen acht Personen. Ein 38-jähriger Mann bekam dabei von einem bislang unbekannten Täter einen Tritt ins Gesicht und musste zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus.

Mehrere Einsätze auch in Schwetzingen

In Schwetzingen wurden am Dienstag sechs Körperverletzungsdelikte, vier Sachbeschädigungen, eine Bedrohung, vier Verstöße gegen das Waffengesetz, drei Beleidigungen zum Nachteil von Polizeibeamten, drei Körperverletzungsdelikte zum Nachteil von Polizeibeamten und ein Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte polizeilich aufgenommen. Insgesamt wurden nach Angaben der Polizei 200 Personenkontrollen durchgeführt, dabei wurde bei acht Jugendlichen Alkohol beschlagnahmt. Drei betrunkene Jugendliche wurden den Rettungsdiensten bzw. ihren Eltern übergeben.

Nach Beendigung des Faschingsumzuges sammelten sich rund 200 Personen im Bereich der Bahnhofsanlage in Schwetzingen, elf Personen versuchten die Gleise zu überqueren und lösten in zwei Fällen Notbremsungen von Zügen aus. Glücklicherweise wurde niemand hierbei verletzt.

Eine 18-Jährige trat gegen 18.30 Uhr in der Bahnhofsanlage urplötzlich und unvermittelt einem Polizeibeamten mit den Füßen in den Rücken. Der Beamte konnte seinen Dienst fortsetzen. Ein Alkoholtest bei der 18-Jährigen ergab knapp 2 Promille.

Provokationen und Körperverletzungen in Grünstadt

Aus Grünstadt meldete die Polizei ebenfalls mehrere Provokationen und Körperverletzungsdelikte. Gegen 16 Uhr am Dienstagnachmittag schlug in der Bahnhofsstraße ein 19-Jähriger einem Kontrahenten eine Flasche über den Kopf. Während der Geschädigte noch „relativ glimpflich“ davon kam, zog sich der Angreifer durch Scherben Schnittverletzungen an der Hand zu und musste ins Krankenhaus. Die Körperverletzung und Beleidigungen nahm die Bundespolizei am Bahnhof auf.

Gegen 16.15 Uhr meldeten Sicherheitskräfte in einem Kaufhaus eine hochaggressive, alkoholisierte Person im Fasnachtskostüm. Es kam zu Beleidigungen und Körperverletzungen gegen die Security-Leute. Während der Personalienfeststellung beleidigte der 22-Jährige auch die Polizeibeamten und trat nach ihnen, weshalb er gefesselt werden musste. Nach der Blutentnahme wurde er in eine Klinik eingewiesen.

Gegen 18 Uhr schlug in der Hauptstraße ein 24-Jähriger einer 23-Jährigen mehrfach ins Gesicht. Die junge Frau blutete heftig, alle Beteiligten standen erheblich unter Alkoholeinfluss. Um 18.50 Uhr provozierte und beleidigte ein Mann Polizeibeamte auf dem Luitpoldplatz und warf ein Schnapsfläschchen nach ihnen. Er wurde vorläufig festgenommen und ihm wurde eine Blutprobe entnommen. Gegen die Festnahme wehrte sich der alkoholisierte 47-Jährige massiv.

Vor dem Brauhaus in der Turnstraße stieß laut Polizeiangaben gegen 21 Uhr ein 29-Jähriger eine 26-Jährige zu Boden. Die Geschädigte schlug mit den Knien und dem Kopf auf dem Boden auf und erlitt Schürfwunden. Beide Beteiligten waren betrunken. Zeitgleich bahnte sich im Brauhaus eine weitere Auseinandersetzung an. Beim Betreten der übervollen Gaststätte wurden drei Aggressoren festgestellt, die sich gegenseitig anstießen. Nach eigenen Angaben kam es noch zu keinen Körperverletzungen, dennoch wurde den alkoholisierten Personen ein Platzverweis ausgesprochen, da die Situation zu eskalieren drohte. Als die Beamten das Brauhaus verließen, pöbelte ein 33-Jähriger die Beamten an und beleidigte sie, worauf ihm ein Platzverweis erteilt wurde. Gegen 23:00 Uhr kam es dann an einer weiteren Gaststätte in der Obergasse zu Streitigkeiten, bei denen zwei junge Frauen verletzt wurden. Beschuldigt wird ein 47-Jähriger.

Um 23.15 Uhr belästigte ein stark alkoholisierter 58-Jähriger zwei Frauen verbal, als ihnen ein 47-Jähriger zu Hilfe kam. Unvermittelt schlug der 58-Jährige auf diesen ein, so dass der Geschädigte zu Boden fiel und sich verletzte, wobei auch seine Brille kaputt ging.

Gegen 2 Uhr sei eine 6-köpfige Personengruppe zur Dienststelle gekommen, um sich "auszusprechen". Dabei kam es zu einem Gerangel vor der Polizeidienststelle. Die erhitzten Gemüter wurden von den Beamten beruhigt.