Metropolregion

BGH Amokläufer verantwortlich für Trauma eines Beamten

Polizist steht Entschädigung zu

Ludwigshafen/KArlsruhe.Nach einem Amoklauf an der Ludwigshafener Berufsbildenden Schule Technik 2 vor acht Jahren kann ein Polizeibeamter Schadenersatz von dem damaligen Täter fordern. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entschieden. Der Polizist erlitt durch den Einsatz am 18. Februar 2010 eine psychische Erkrankung.

Der damals 23 Jahre alte Täter, ein Ex-Schüler, hatte einen Lehrer mit Messerstichen getötet. Die Polizei nahm ihn danach widerstandslos fest. Der Mann, der den damaligen Berufsschullehrer getötet hat, steht nach dem Urteil der Karlsruher Richter nun auch für die Leiden des traumatisierten Polizisten in der Verantwortung.

Der frühere Schüler hatte damals unter anderem auch Schüsse aus einer Schreckschusspistole auf den Schulleiter abgefeuert. Außerdem hatte er Feuerwerkskörper gezündet. Aufgrund der kritischen Situation während des Einsatzes wurde der Polizeibeamte traumatisiert und war für drei Wochen dienstunfähig.

Das Land Rheinland-Pfalz forderte als Arbeitgeber Schadenersatz vom Täter, mehr als 3000 Euro. Die Richter am Oberlandesgericht Zweibrücken wiesen das zurück. Ihrer Auffassung zufolge war die psychische Erkrankung des Polizisten nicht unmittelbar auf den Angriff zurückzuführen. Anders als das Oberlandesgericht sahen nun die Richter des Bundesgerichtshofs, dass das seelische Leiden des Beamten der Tat des Amokläufers zuzurechnen ist. Daher könne der auch dafür haftbar gemacht werden kann. Das Urteil wurde bereits am 17. April gesprochen, wurde jedoch erst jetzt auf der Internetseite des BGH veröffentlicht.