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Prozessauftakt in Frankenthal: 69-Jähriger soll Ehefrau mit Kopfschüssen getötet haben

Archivartikel

Frankenthal.Am Frankenthaler Landgericht hat am Dienstag der Prozess gegen einen 69-Jährigen begonnen, der am Abend des 6. März seine Ehefrau in Neuhofen mit zwei Kopfschüssen getötet haben soll. Die Staatsanwaltschaft wertet die Tat als Mord, denn sie wirft dem Angeklagten Heimtücke und niedere Beweggründe vor.

Demnach habe der Mann seit einem unbestimmten Zeitraum in seiner Garage drei halbautomatische Pistolen gelagert, für die er keine Erlaubnis besaß. Am Tattag habe er zwei davon in die Wohnung geräumt. Nach Angaben von Staatsanwalt Kai Ankenbrandt wollte er seine Ehfrau und sich selbst erschießen, sollte diese nicht zu ihm zurückkehren. Die Frau habe sich Ende Dezember 2018 von dem Angeklagten getrennt. Als sie dem 69-Jährigen an diesem Abend dann offenbart habe, dass sie nicht zu ihm zurückkehre, habe er zweimal auf sie geschossen. „Aus persönlicher Kränkung, Überlegenheitsgefühl und weil er nicht wollte, dass sie eine neue Beziehung eingeht“, so die Anklage. Das Opfer habe sich keines Angriffs versehen und sei daher arg- und wehrlos gewesen. Es starb in Folge eines Kopfdurchschusses. Die Schwester der Getöteten tritt in dem Verfahren als Nebenklägerin auf.

Die Verteidigung äußerste am Rande des Prozesses starke Zweifel daran, „dass die unserem Mandanten zulasten gelegte Tötung als Mord qualifiziert werden kann“, so Rechtsanwalt Volker Haas. Kollegin Katja Kosian berichtete von einer 51 Jahre dauernden Beziehung zwischen Angeklagtem und Opfer. „Sie haben sich als Jugendliche kennengelernt“, sagte sie. Sehr belastet habe die Beziehung der Tod des einzigen gemeinsamen Kindes, das 1983 mit 13 Jahren bei einem Unfall starb. „Letztlich wird die Täter-Opfer-Beziehung in diesem Verfahren maßgeblich sein, das muss in der Hauptverhandlung herausgestellt werden“, so Kosian. Der Angeklagte leide sehr unter dem Geschehenen. „Er vermisst seine Frau.“

Der Prozess wird am 11. September fortgesetzt. Dann soll sich der Angeklagte zu den Vorwürfen äußern.