Metropolregion

Unfall im Dezember 2019

Schiffskollision auf dem Rhein - Anklage erhoben

Archivartikel

Speyer.Bei einer heftigen Havarie auf dem Rhein ist am 19. Dezember 2019 ein mit 103 Passagieren und 36 Besatzungsmitgliedern besetztes Fahrgastschiff frontal mit einem Tankfrachter kollidiert. Bei dem Unfall im Nebel wurden fast drei Dutzend Menschen verletzt. Nun hat die Staatsanwaltschaft Mannheim wegen fahrlässiger Gefährdung des Schiffsverkehrs gegen einen Schiffslotsen Anklage zum Amtsgericht Mannheim – Schifffahrtsgericht – erhoben.

Sichtweite unter 100 Metern

Der Mann war als Lotse auf dem auf dem Rhein zwischen Ludwigshafen und Speyer fahrenden Tankschiff für die Bestimmung des Kurses verantwortlich. Nachdem das Fahrgastkabinenschiff das Tankschiff überholt hatte, näherte sich - entgegenkommend - ein weiteres Fahrgastschiff, das auf die bevorstehende Begegnung aufmerksam gemacht haben soll. Es soll der Staatsanwaltschaft zufolge bei starkem Nebel und einer Sichtweite unter 100 Metern zwischen beiden Schiffen, die unter Radar fuhren, abgesprochen worden sein, dass eine Begegnung der beiden Schiffe auf der Steuerbordseite erfolgen soll.

Dafür hätte sich das zu diesem Zeitpunkt nahe des pfälzischen Rheinufers fahrende Tankschiff in die Mitte des Fahrwassers begeben müssen, um dem entgegenkommenden Fahrgastkabinenschiff das Passieren am pfälzischen Rheinufer zu ermöglichen. Der Lotse soll es jedoch versäumt haben, den Kurs seines Schiffes entsprechend einzurichten, sodass es in Ufernähe zwischen Ludwigshafen und Speyer gegen 22.15 Uhr zur Kollision der Schiffe kam. Dem Fahrgastkabinenschiff soll ein Ausweichen bei Erkennen der Gefahrenlage nicht mehr möglich gewesen sein, heißt es weiter in der Stellungnahme.

Sachschaden im hohen sechsstelligen Bereich

Bei dem Zusammenstoß wurden mindestens 32 Menschen überwiegend leicht verletzt. Der Sachschaden soll mehr als 600 000 Euro betragen. Beide Schiffe blieben schwimmfähig, Betriebsstoffe traten nicht aus. Die Anklagebehörde wirft dem Lotsen fahrlässige Gefährdung des Schiffsverkehrs vor. Über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheidet das zuständige Amtsgericht in Mannheim.


 

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