Metropolregion

Umwelt Geschlüpfte Brut noch vier bis sechs Wochen aktiv

Schnaken erreichen die Städte

Rhein-Neckar.Eine Schnakenwolke begleitet zwei Reiter, die in den Sondernheimer Rheinauen unterwegs sind. In der prallen Sonne ist von den pikenden Plagegeistern nichts zu spüren, doch am Waldrand nerven die surrenden Schwärme Ross und Reiter trotz Mückenspray. „Was es jetzt schon in den Rheinauen gibt, spüren wir bald auch in Städten wie Speyer oder Karlsruhe“, sagt Norbert Becker, Direktor der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs). Normalerweise verteilen die Mitarbeiter der Kabs per Hubschrauber den in Eisgranulat verpackten biologischen Wirkstoff B.t.i. – der im Darm von Schnakenlarven verheerende Schäden anrichtet – sobald eine Vermehrung der Schnaken droht. Haben sich die Larven erstmal verpuppt, kann ihnen das B.t.i. nichts mehr anhaben.

Weibchen suchen Blut

Wie berichtet, waren zwei Hubschrauber ausgefallen, so dass zwischen Rastatt und Mainz besonders viele Stechmücken schlüpfen konnten. „Mit dieser Generation werden die Menschen entlang des Rheins noch vier bis sechs Wochen leben müssen“, sagt Becker. Bis dahin rät Becker zu langen Hosen, Fliegengittern vor den Fenstern und ein bisschen Geduld. Vor allem in der Dämmerung und bei feuchtwarmen 22 bis 25 Grad schwärmten die Blut suchenden Weibchen aus.

Der nächsten Generation gehe es vermutlich ab Sonntag wieder aus der Luft an den Kragen.