Metropolregion

Schwerer Verkehrsunfall mit Reisebus - Polizei sucht nach Unfallursache

Hockenheim.Nach dem schweren Busunfall bei Hockenheim mit mindestens neun Schwerverletzten ermittelt die Polizei die Unfallursache. Ein Sachverständiger werde nun ein Gutachten erstellen, sagte ein Polizeisprecher in Mannheim am Freitagmorgen. Demnach sei noch unklar, warum der Bus mit mehr als 30 Insassen am Donnerstagnachmittag auf gerader Strecke nahe der Grenze zwischen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz in den Gegenverkehr geraten und mit einem Sattelzug zusammengeprallt war. Beide Fahrzeuge seien abgeschleppt und sichergestellt worden, hieß es.

Bei dem schweren Unfall auf der L 722 zwischen Hockenheim und Speyer waren am Donnerstag vier Personen lebensbedrohlich verletzt worden. Wie Kreisfeuerwehrkommandant Udo Denz mitteilte, erlitten weitere fünf Personen schwere und neun Personen leichtere Verletzungen. Zwei Personen seien mit schwerem Gerät geborgen worden. Auch der Busfahrer und der Fahrer des Sattelzuges sind unter den Schwerverletzten.

Der Reisebus eines Unternehmens aus Waghäusel war kurz vor 16 Uhr auf der L 722 von Schwetzingen kommend in Richtung Speyer unterwegs, als er etwa 300 Meter vor der Salierbrücke bei der Kreuzung am Luxhof aus bislang unbekannten Gründen auf die Gegenfahrbahn geriet und mit einem Sattelzug kollidierte. In dem Bus befanden sich nach Angaben der Polizei mehr als 30 Insassen aus den USA, Kanada und Australien. Informationen dieser Zeitung zufolge handelt es sich dabei um eine Reisegruppe, die an einer Kreuzfahrt auf dem Rhein teilnahm. Nach einem Ausflug sollte sie der Bus zurück zu einem Anleger bei Speyer bringen.

Insgesamt waren vier Rettungshubschrauber, ein Polizeihubschrauber und sieben Rettungswagen im Einsatz. Neben 35 Feuerwehrleuten und 35 Rettungskräften wurden 30 Sanitäter angefordert, zehn Seelsorger kümmerten sich um die Businsassen, die mit leichteren Blessuren davongekommen waren

Die L 722 war für die Rekonstruktion des Unfallgeschehens und Aufräumarbeiten bis kurz nach 23 Uhr voll gesperrt, was zu Behinderungen auch auf den Bundesstraßen 9 und 39 führte. Für die Rekonstruktion des Unfallhergangs waren zwei Sachverständige vor Ort.

In der Region gab es in letzter Zeit einige schwere Busunfälle: Ende September fuhr ein Fernbus bei Bruchsal ungebremst gegen eine Leitplanke. Der Fahrer und zwei Fahrgäste wurden schwer verletzt, mindestens 15 weitere Menschen erlitten leichte Verletzungen. Wenige Tage davor waren auf der Autobahn 5 bei Karlsruhe zehn Menschen verletzt worden, als ihr Reisebus auf einen Lastwagen fuhr. Anfang Juli wurde ein Lkw-Fahrer lebensgefährlich verletzt, zehn Busreisende wurden leicht verletzt, als ein Reisebus an einer Autobahnbaustelle auf der A6 auf einen Lastwagen fuhr. Ende Juni starb eine Reiseleiterin, als ihr Bus gegen einen Müllwagen prallte, 31 Menschen wurden verletzt.

(mit pol und dpa)

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