Metropolregion

Porträt In der pfälzischen Stadt Landau hilft Jugendscout Alexander Hoff Schulabgängern, den wichtigen Start ins Berufsleben zu schaffen

Seelische Stütze in schwieriger Zeit

Landau.Endspurt in den rheinland-pfälzischen Schulen: In diesen Wochen schreiben Jugendliche die letzten Klassenarbeiten für das Zeugnis, mit dem sie sich im Sommer um einen Ausbildungsplatz bewerben. In mehreren Kommunen in der Metropolregion helfen sogenannte Jugendscouts Heranwachsenden, den wichtigen Start ins Berufsleben zu schaffen, zum Beispiel in Worms, Pirmasens – oder im südpfälzischen Landau. Hier ist Diplompädagoge Alexander Hoff seit Juli 2017 Berater, Begleiter und Unterstützer in einer Person. „Leider kann ein Talent nicht immer in gute Schulnoten umgemünzt werden“, sagt Hoff.

Wenn das Zeugnis allein nicht überzeuge, helfe oft ein Praktikum, damit Jugendliche möglichen Arbeitgebern ihre Begabungen zeigen. „Ein Praktikum kann ein Türöffner sein“, sagt der 37-Jährige. Er könne Jugendlichen zwar nicht alle Probleme abnehmen. „Aber ich kann sie unterstützen.“ Hoff kümmert sich besonders um nicht erwerbstätige und arbeitssuchende Jugendliche bis 25 Jahre.

Niedrigschwellig und individuell

„In der schwierigen Phase des Übergangs von Schule zu Beruf benötigen Jugendliche besondere Unterstützung“, sagt Landaus Oberbürgermeister Thomas Hirsch (CDU). „Der Jugendscout hilft individuell, niedrigschwellig und unkompliziert.“ Entscheidend sei gegenseitiges Vertrauen, ergänzt Hoff. „Ohne geht es nicht“. Mit den Jugendscouts soll Heranwachsenden die jeweils passende Unterstützung geboten werden, betont die Landesregierung. „Das dient nicht nur den Jugendlichen, sondern ist angesichts perspektivisch sinkender Schulabgängerzahlen auch zur Sicherung des Fachkräftebedarfs geboten.“

Rat auch bei Drogenproblemen

Seit 2007 setzt Landau auf einen Jugendscout. Finanziert wird die Stelle zu 50 Prozent über den Europäischen Sozialfonds, zu 30 Prozent von der Stadt und zu 20 Prozent vom Sozialministerium. Zu Hoffs Aufgaben zählen Hilfe beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen sowie die Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche und die Begleitung bei Behördengängen.

„Jedem wird individuelle Unterstützung angeboten, auch in anderen Lebenslagen“, sagt Hoff. Das können Probleme mit Alkohol, Drogen oder Schulden sowie Konflikte im Elternhaus sein.

„Bei manchen Jugendlichen liegt es an der Einstellung. Entscheidend ist dann, ob man diese ändern kann“, erzählt Hoff. Im Handwerk seien grundsätzlich genug Jobs da. „Aber nicht immer deckt sich das Angebot mit den Wünschen.“ Auch decke sich mancher Wunsch nicht mit dem Zeugnis. „Da schauen eben immer noch viele drauf“, sagt der Pädagoge.

Die Frage sei, ob nicht während der Schulzeit Praktika möglich seien, um Jugendliche bereits auf Berufe vorzubereiten. „Ich weiß aber, dass es schwer ist, dies mit dem Lehrplan zu vereinbaren“, räumt Hoff ein.