Metropolregion

Geldmangel Berufstierrettung stellt 24-Stunden-Dienst ein

Sehr zieht die Reißleine

Archivartikel

Rhein-Neckar.„Die Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen, aber es geht einfach nicht mehr weiter“, sagt Michael Sehr, Gründer und Geschäftsführer der Berufstierrettung Rhein-Neckar. Seit 13 Jahren ist er im Einsatz und hat zehntausende Tiere gerettet – datuner eingeklemmte Ratten, flügellahme Vögel oder abgemagerte Hunde. Nach langer Überlegung zieht er jetzt die Reißleine und wird fortan keinen 24-Stunden-Dienst für Privatleute mehr anbieten. „Ich muss auf meine Gesundheit achten“, bedauert er diesen Schritt. „Irgendwann letztes Jahr“ habe er zum letzten Mal einen ganzen freien Tag gehabt. Noch länger ist der letzte Urlaub her.

Auch müsse er auf seine Familie mehr Rücksicht nehmen. „Mein dreijähriger Sohn ist immer ganz traurig, wenn der Papa wieder weg muss.“ Auch Beschimpfungen wegen abgelehnter Fälle haben Sehr zu dieser Entscheidung gebracht. „In den normalen Bürozeiten zwischen 8 und 16 Uhr stehen wir trotzdem noch für alles zur Verfügung, danach nur noch für Notfälle“, sagt Sehr, der nach Ehrenamtlichen, Unterstützern in der Politik oder einen Sponsor sucht, die es ihm ermöglichen, weiter für die Tiere da zu sein. mics