Metropolregion

Babymord-Prozess Nebenklägerin psychische Probleme attestiert

Sennas Mutter als Zeugin entlassen

Frankenthal.Der Vorsitzende Richter Alexander Schräder drückt im sogenannten Babymord-Prozess vor dem Landgericht Frankenthal aufs Tempo: Am kommenden Freitag soll sich der angeklagte Vater erstmals im neu aufgerollten Prozess um den Tod der zwei Monate alten Senna zur Sache äußern. Im Anschluss könnte der psychiatrische Gutachter zu Wort kommen. Damit rückt das Urteil in greifbare Nähe.

Nachdem der erste Prozess wegen der Erkrankung einer Richterin geplatzt war, befasst sich die Erste Große Strafkammer seit 31 Verhandlungstagen erneut mit dem gewaltsamen Tod des Säuglings. Der wegen Mordes angeklagte Vater soll das kleine Mädchen am 14. Mai 2016 vom Balkon der Wohnung im zweiten Stock geworfen haben. Außerdem soll er seine Freundin, eine weitere Tochter aus einer anderen Beziehung und einen Bekannten im Kokainrausch verletzt haben. Sennas Mutter, zugleich Nebenklägerin, hatte tagelang als Zeugin in dem Verfahren aussagen müssen, einmal war sie zusammengebrochen und ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die Stadtklinik Frankenthal hatte ihr daraufhin im Oktober eine Anpassungsstörung und eine posttraumatische Belastungsstörung attestiert. Verteidiger Alexander Klein bestand dennoch auf einer erneuten Aussage und beantragte eine amtsärztliche Untersuchung.

„Darin heißt es, dass sie bis mindestens Ende des Jahres nicht verhandlungsfähig ist“, trägt Schräder vor. Vielmehr könne jede weitere Vernehmung zu einem Nervenzusammenbruch oder gar zu einem Selbstmordversuch führen. Da sich daran laut psychiatrischem Gutachten auch in absehbarer Zeit nichts ändern werde, das Gericht aber zu einer beschleunigten Verfahrensführung verpflichtet sei, wird Sennas Mutter als Zeugin entlassen und muss nicht erneut aussagen.