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Brauchtum Carolin Klöckner holt Krone der Weinkönigin nach Württemberg – Pfälzerin Inga Storck wird sie in ihrem Amtsjahr unterstützen

Spontanes Feuerwerk zu Ehren der Prinzessin

Archivartikel

Neustadt.Zum vierten Mal seit 1949 kommt die Deutsche Weinkönigin aus dem Weinanbaugebiet Württemberg: Carolin Klöckner aus Vaihingen an der Enz holte in Neustadt erstmals seit 32 Jahren die Krone der deutschen Weinhoheit wieder ins „Ländle“ und realisierte damit einen ihrer Kindheitsträume. Die 23-Jährige gewann im Finale von drei der Bewerberinnen aus zwölf der 13 deutschen Anbaugebiete (die Ahr war erstmals nicht im Rennen) den 70. Titel vor Inga Storck (Einselthum/Pfalz) und Klara Zehnder (Randersacker/Franken), die sie in ihrem Amtsjahr bis zum Weinherbst 2019 als Weinprinzessinnen unterstützen werden.

Klöckner – da war doch was? Richtig, auch im Weinjahr 1995/96 hieß die damals 47. Deutsche Weinkönigin so – es war die heutige Bundeswirtschaftsministerin Julia Klöckner aus Guldental an der Nahe. Die beiden sind allerdings nicht miteinander verwandt. Die Ministerin fand bei einem Grußwort in Neustadt indes eine Verbindung: „Ich fühle mich wie Queen Mum – als ich Weinkönigin wurde, waren die meisten Kandidatinnen noch Kinder.“ Zum Beispiel die neue Weinhoheit: Sie war bei der Julia Klöckners Wahl 1995 gerade drei Wochen alt.

Mehr als 200 Termine stehen an

Geboren wurde die neue Hoheit im hessischen Offenbach, dann lebte sie sechs Jahre lang in den USA und spricht deshalb fließend Englisch. Dank ihrer weltläufigen Familie hat sie zudem enge Bindungen nach Schweden und Chile. Dabei kommt sie nicht einmal aus einer Winzerfamilie – doch der Weinbau hat es ihr angetan und steht im Mittelpunkt ihres derzeitigen Studiums der Agrarwissenschaften an der Universität Stuttgart-Hohenheim. Wie man mit den Kunden umgeht, lernt sie im Nebenjob gerade in einer landestypischen „Besenwirtschaft“, wo sie bei einem Winzer „so nebenbei“ auch viel Wissenswertes aus der Branche erfährt.

So eine Einrichtung kennt auch die Weinprinzessin Inga Storck, die nach ihrer Wahl „unheimlich glücklich und neugierig auf die Zukunft“ war. Sie arbeitet derzeit im Dürkheimer Weingut Darting und studiert im dualen System am Weincampus Neustadt – aber im nächsten Jahr muss sie ihren Lebensrhythmus bei mehr als 200 Terminen wohl total ändern. „Ich weiß noch nicht, was auf mich zukommt – ich finde das alles sehr spannend.“ Mut hat sie, wie sie bei einem Fallschirmsprung bewies. Und kreative Ideen hat sie auch: Sie zimmert aus Fassdauben und Barriqueholz gelegentlich Möbel und sonstige Accessoires, überrascht damit Freunde und Bekannte.

Als sie in der Nacht nach der Königinnenwahl in Neustadt ins heimatliche Einselthum im Zellertal heimkehrte, staunte sie: Da gab es zu Ehren der neuen Weinprinzessin mitten in der Nacht ein Feuerwerk – schließlich wird der 850-Einwohner-Weinort nun auch bundesweit „eine Nummer“.

Für Inga Storck wurde die Nacht zum Tage: „Ich kam erst gegen halb vier ins Bett.“ Doch dann ging es gleich wieder „amtlich“ los: Um zehn Uhr wartete der erste Termin in Neustadt – ein erster Vorgeschmack auf das Jahr, das vor ihr liegt. rs

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