Metropolregion

Corona-Pandemie Laternenumzug zu Ehren des Schutzpatrons fällt 2020 wegen der Landesverordnung aus / 1700-Einwohner-Gemeinde verteilt Brezeln

St. Martin sagt das „Fest des Jahres“ ab

Archivartikel

St Martin.Am Martinstag leuchten traditionell vielerorts die Lichter der Kinderumzüge. Besonders festlich ist es oft im Weinort St. Martin bei Neustadt, hier feiern die Menschen „ihren“ legendären Schutzpatron mit einer Prozession – normalerweise. „Leider muss eine Vielzahl der traditionellen Aktivitäten unserer Ortsgemeinde aufgrund der aktuellen Situation abgesagt werden“, sagt Bürgermeister Timo Glaser (CDU). Neben dem Weinfest entfallen etwa der Lampionumzug, das Martinusspiel und die Prozession vor und nach dem Festgottesdienst. Normalerweise halten auch Kälte und Nässe die Menschen in der Gemeinde mit 1700 Einwohnern nicht vom „Fest des Jahres“ ab. „Die Prozession symbolisiert auch den Zusammenhalt im Ort“, sagt Glaser.

Festgottesdienst am Vormittag

Hunderte Menschen ziehen dann hinter einer hölzernen Martinus-Statue durch das historische Zentrum des pfälzischen Luftkurorts. Der örtliche Weinbauverein hatte die imposante, aus Eichenholz geschnitzte Statue 1980 gestiftet. 2017 trennte der Ort an der Südlichen Weinstraße die Prozession vom traditionellen Weinfest ab. Die Feierlichkeiten waren zuvor im allgemeinen Trubel untergegangen.

Und im Corona-Jahr 2020? „Lediglich der Festgottesdienst wird am Vormittag gehalten“, sagt Glaser. Natürlich werde der Ortskern mit Fahnen beflaggt. „Und wir werden gemeinsam mit dem Feuerwehrverein eine Aktion für Kinder umsetzen.“ Wer früh genug Bescheid sage und sich am 11.11. zwischen 18 Uhr und 18.30 Uhr mit einer Laterne vor das Haus stelle, erhalte eine Martinsbrezel – unter Einhalten aller Hygieneregeln. „Wir hoffen, dass wir unseren Schutz- und Namenspatron im nächsten Jahr wieder etwas größer feiern können“, meint Glaser.

Der Heilige Martin gilt als einer der beliebtesten Heiligen der katholischen Kirche. Wohl am bekanntesten ist die Legende, wonach er auf einem Pferd seinen Mantel mit einem frierenden Bettler geteilt haben soll. Diese Szene stellt auch die Statue von St. Martin dar.

Zum Thema