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Natur Landesamt für Umwelt stellt bei Routineuntersuchungen gefährliche Algenblüte im Speyerlachsee fest – Hunde nicht baden oder trinken lassen

Stadt Speyer warnt vor Blaualgen am Binsfeld

Archivartikel

Speyer.Aufregung bei Hundebesitzern in und um Speyer: Das Umweltamt der Stadt warnt in einer Veröffentlichung davor, die Tiere am Hundestrand baden oder trinken zu lassen, da am Südufer des Binsfeldsees Blaualgen im Wasser festgestellt worden sind. Wenn diese blühen, bilden sie Cyanobakterien, die das hochgiftige Anatoxin-a produzieren, das bei den Vierbeinern tödliche Vergiftungen verursachen könne.

Tatsächlich hat das Landesamt für Umwelt bei Routinekontrollen im Binsfeld Blaualgen festgestellt. „Massenentwicklungen treten aber nur im Speyerlachsee und am Mondsee auf. Im Silbersee und im Binsfeldsee wurden Blaualgen nachgewiesen, hier kommt es aber nicht zu einer Massenentwicklung“, berichtet ein Sprecher aus Mainz. Der Kuhuntersee an der Pionierbrücke, der Holzkonstruktion, die den Zugang zum Hundestrand markiert, sei nicht betroffen.

„Das bloße Vorkommen und der Nachweis von Blaualgen an Gewässern stellt zunächst kein Problem dar. An mehr als der Hälfte der zurzeit 71 rheinland-pfälzischen Badegewässer wurde im letzten Jahrzehnt das Vorkommen von unterschiedlichen Blaualgenarten nachgewiesen“, erklärt der Sprecher. „Zutaten“ für das Entstehen der gefährlichen Blaualgenblüten seien hohe Nährstoffgehalte der Gewässer: Sie entstehen unter anderem durch Abschwemmungen von Ackerflächen, abgestorbenes Pflanzenmaterial, Laub oder Tierfutter für Fische, Enten und Schwäne.

Klimawandel begünstigt Blüte

Auch andauernde Hitze kurbelt das Wachstum an: „Der Klimawandel begünstigt das vermehrte Auftreten der Massenentwicklung von Blaualgen“, so Sabine Riewenherm, Präsidentin des Landesamtes für Umwelt. „Durch die kürzeren Tage und niedrigeren Temperaturen ist davon auszugehen, dass sich die Intensität der Algenblüte am Speyerlachsee bald reduzieren wird.“

Generell stufe das Landesamt das Risiko für die massenhafte Bakterienbildung aufgrund der Nährstoffsituation am Binsfeld als gering ein.

Neben dem Speyerlach- und dem Mondsee im Binsfeld wurde in diesem Herbst auch am Nachtweideweiher in Lambsheim und am Nachtweideweiher in Bobenheim-Roxheim eine Blaualgenblüte festgestellt. Im vergangenen Winter seien der Begüten- und der Willersinnweiher auffällig geworden. Da man betroffene Gewässer an ihrer meist grünlichen Färbung und Eintrübung erkennt, „sollte man Tiere an solchen Stellen nicht baden oder trinken lassen“, rät Riewenherm.

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