Metropolregion

Soziales Karsten Drath aus Meckesheim radelt von Lissabon nach Montpellier und sammelt Geld für Stiftung

Start zur zweiten Etappe der Welttour

Rhein-Neckar.Das Abenteuer startet zwar erst am kommenden Freitag. Aber gestern gab’s schon mal den Abschied von Freunden und Sponsoren. Am 15. März fliegt Karsten Drath nach Lissabon, um dort die zweite Etappe seiner Weltreise mit dem Rad zu starten. Mit diesem Projekt wirbt er Geld ein. Nutznießer ist einmal mehr die zis-Stiftung für Studienreisen. 36 000 Euro will Drath diesmal zusammenbekommen. Das würde für 40 Stipendien reichen.

Karsten Drath ist Unternehmer, Autor und Führungskräfte-Coach aus Meckesheim (Rhein-Neckar-Kreis). In seiner Jugend litt er unter der Medikamentenabhängigkeit seiner Mutter. Zwei Studienreisen, angeleitet von zis, haben ihm geholfen und ihn nachhaltig geprägt. Junge Leute müssen – mit genau 600 Euro ausgestattet – mindestens vier Wochen allein ins Ausland reisen, dabei ein selbstgewähltes Thema erforschen und dokumentieren. Drath fand den Weg zu Fischern in Schottland und Walfängern in Island – und schließlich auch zu sich selbst.

„Zis-Reisen bedeuten ein Stück weit, bis an seine Grenzen zu gehen“, beschreibt der 49-Jährige. Das wolle er mit seiner Weltreise auf dem Rad auch tun. Allerdings in Etappen, weil er als Coach und Mitinhaber eines Unternehmens sowie als Familienmensch unzählige Verpflichtungen habe. Aber drei Wochen im Jahr könne er sich Zeit nehmen, sagt er.

Hoffnung auf Rückenwind

Im vergangenen Jahr radelte er von seiner Heimat Meckesheim bis nach Montpellier. Jetzt hätte es eigentlich von dort aus weitergehen sollen. „Doch auf der Nordhalbkugel weht der Wind aus Westen“, grinst er und startet die Etappe deshalb mit der Hoffnung auf Rückenwind von Lissabon aus. „2500 Kilometer Minimum“ hat er vor sich. Vielleicht reichten Kraft und Zeit sogar bis nach Genf, verrät er. Im nächsten Jahr geht’s von San Francisco bis nach Denver, 2021 von Denver nach New York.

Seit November hat Drath viermal pro Woche Kraft, Ausdauer und vor allem „Sattelhärte“ trainiert. „Jetzt bin ich so fit wie nach der letzten Tour“, sagt er. Damals habe er die Herausforderung unterschätzt und ein Buch geschrieben, statt zu trainieren. „Ich habe meinen Preis bezahlt“, lacht er. Drath radelt ganz allein, allerdings mit virtueller Begleitung. In einem Blog im Internet, via Twitter, Instagram und Facebook will er regelmäßig Lebenszeichen von sich geben – und Spendengelder einsammeln. Auf der Startseite findet sich ein Knopf dafür. bjz