Metropolregion

Justiz Lkw-Fahrer soll Taten 1996 begangen haben

Stieftochter vergewaltigt: Sechs Jahre

Sinsheim.Ein Mann ist wegen fast 20 Jahre zurückliegenden Vergewaltigungen seiner Stieftochter vom Landgericht Heidelberg zu fünf Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Demnach hat der Lastwagenfahrer in 24 Fällen 1996 und 1997 das damals 14-jährige Mädchen im elterlichen Haushalt in Sinsheim vergewaltigt. Dass die Taten erst so spät geahndet wurden, liegt laut Gerichtssprecher daran, dass das Opfer die Anzeige gegen den Stiefvater erst 2018 eingereicht hatte. Unter dem Eindruck der Berichte über den Staufener Missbrauchsfall eines Jungen sei der heute 36-Jährigen aus dem Rhein-Neckar-Kreis ihr eigenes Schicksal wieder bewusst geworden (Az.: 3KLs500Js/587/18).

Unschuld beteuert

Der 61-Jährige hatte sich vor Gericht nicht zur Sache eingelassen und stattdessen lediglich seine Unschuld beteuert, wie der Behördensprecher weiter mitteilte. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch, die Staatsanwaltschaft auf sieben Jahre Freiheitsentzug. Beim Prozessauftakt hatte der Berufskraftfahrer ausführlich und breitwillig von seinem Werdegang und drei Ehen erzählt. Dabei hatte er das Bild eines freundlichen, lebenslustigen und geselligen Menschen gezeichnet, der gerne Reisegesellschaften und Gruppen zu Ausflügen begleitete und dabei nach eigenem Eingeständnis regelmäßig fremdging. Als „cholerisch und aggressiv“ hatte ihn hingegen die ExFrau beschrieben.

Die Mutter habe laut Aussagen des Opfers vermutlich den sexuellem Missbrauch mitbekommen, sagte der Gerichtssprecher. Das Thema sei allerdings zu Hause nie angesprochen worden. lrs/miro