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Tragödie Nach Familiendrama in Mörlenbach sind die Eltern in Untersuchungshaft / Heute Obduktionsergebnisse erwartet / Menschen legen Kerzen und Blumen nieder

Stille Trauer um die toten Geschwister

Archivartikel

Mörlenbach.Eine dumpfe Stille liegt am Morgen nach der schrecklichen Tragödie über dem Ilsenklinger Weg in dem kleinen Mörlenbacher Ortsteil Bettenbach. Die Bewohner pressen die Lippen zusammen und schweigen betroffen. Der Schock sitzt tief.

An einer Laterne hängt ein Schild: „Wachsame Nachbarn – Sicherheit verbindet“. Es sind Anwohner, die die Feuerwehr am frühen Morgen des 31. August zu einem Brand im Ilsenklinger Weg alarmieren. Während der Löscharbeiten finden die Einsatzkräfte im oberen Geschoss die beiden Kinderleichen: den 13-jährigen Jungen und das zehnjährige Mädchen der Familie. Die Eltern – ein 58-jähriger Mann und seine 46-jährige Ehefrau – befinden sich bei laufendem Motor in der geschlossenen Garage. Bevor die beiden Eltern an den Gasen ersticken, werden sie von den Einsatzkräften gerettet.

Das Paar steht nun in dringendem Verdacht, die beiden Kinder umgebracht zu haben. Wie diese ums Leben gekommen sind, bleibt am Wochenende offen. Eine Obduktion soll Klarheit ergeben. Ergebnisse werde die Staatsanwaltschaft am Montag verkünden, so die Polizei. Die Eltern werden am Samstag verhört und kommen in Untersuchungshaft, wie die Polizei im Darmstadt am Sonntag mitteilt.

Am Tatort ist das ganze Haus verschlossen. Sämtliche Rollläden sind heruntergelassen; nur dort, wo die Flammen aus den Fenstern im ersten Stockwerk an der Backsteinfassade leckten und Rußflecken hinterlassen haben, versperren Holzplatten den Blick ins Innere. Bis auf die schwarzen Flecken und das flatternde Absperrband gibt es keinen Hinweis auf das furchtbare Drama, das sich hier tags zuvor abgespielt hat.

Und immer wieder fahren neue Autos vor, aus denen Menschen in bedächtiger Haltung steigen – Erwachsene wie Kinder. Sie legen Plüschtiere, Kerzen, Rosen und Briefe vor der Mauer des Anwesens ab. „Du fehlst mir“ und „Ruhet in Frieden“ steht in bunter Kinderschrift darauf: die letzten Grüße der Schulfreunde der getöteten Kinder.

Dass die Familie einmal wohlhabend gewesen ist und viel Geld in das Heim investiert hat, ist unübersehbar. Es wurde zwangsversteigert, nachdem die Familie insolvent geworden war. Am Tag der Tragödie hätte es an die neuen Eigentümer übergeben werden sollen.

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