Metropolregion

Nach Ermordung von zwei Unternehmern aus der Region 

Strenge Sicherheitsvorkehrungen bei Doppelmord-Prozess

Frankenthal.Der türkische Unternehmer Ismail Torun aus Ludwigshafen wurde im Januar 2017, ein 64 Jahre alter Automatenaufsteller aus Brühl im November 2016 getötet. Auf der Anklagebank am Landgericht Frankenthal sitzen ab Montag, 16. Oktober, zwei Männer und eine Frau. Hierbei handelt es sich um einen 38- und einen 49-jährigen Türken aus Ludwigshafen sowie eine 43 Jahre alte Deutsche mit türkischen Wurzeln aus Stuttgart. Der auf 15 Verhandlungstage angesetzte Prozess wird von strengen Sicherheitsvorkehrungen begleitet, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

Vier Polizisten sollen die Justizwachtmeister unterstützen. Das Mitführen von dienstlichen Schusswaffen durch die eingesetzten Polizeibeamten wird gestattet. Die Polizisten dürfen die Körper von Zeugen und Zuschauern abtasten und die Kleidung mit einer Sonde absuchen. Auch Taschen können durchsucht werden. Gegenstände, die nicht mit in die Verhandlung genommen werden dürfen, werden von den Beamten verwahrt. Zeugen und Zuschauer werden vor der Verhandlung auf Waffen, weitere gefährliche Werkzeuge und Wurfgegenstände durchsucht. 

Ebenfalls müssen sich Zeugen und Zuschauer vor Beginn des Prozesses ausweisen, alle Mobiltelefone müssen ausgeschaltet und den Polizeibeamten bis zum Ende der jeweiligen Verhandlung ausgehändigt werden. Somit soll verhindert werden, dass Bild- oder Tonaufnahmen während der Hauptverhandlung mitgeschnitten werden. 

Eine Viertelstunde vor Verhandlungsbeginn soll der Sitzungssaal eröffnet werden. Die Plätze für Zuhörer sind begrenzt. Zuhörer dürfen den Sitzungssaal nur betreten, wenn sie eine Einlasskarte vorzeigen können. Bei Verlassen des Sitzungssaals wird diese Karte abgeben und der Platz an einen anderen Zuhörer vermittelt.

Nach Einschätzung der Anklage ist das verbindende Element der beiden Tötungsdelikte finanzielles Interesse. So waren im Fall des Ludwigshafener Unternehmers Ismail Torun 950 000 Euro Lösegeld gezahlt worden, das in Mannheim übergeben wurde. Die Ermordung der beiden Unternehmer aus der Metropolregion hatte bundesweit für großes Aufsehen gesorgt. 

Ismail Torun war Gründer und Geschäftsführer der in Ludwigshafen ansässigen Torun Group. Das mittelständische Unternehmen mit den Bereichen Isoliertechnik, Personalvermittlung, Bau und internationaler Handel beschäftigt nach eigenen Angaben 200 Mitarbeiter. Bei einer Trauerfeier in einer Moschee in Ludwigshafen hatten etwa 1000 Menschen Abschied von dem Toten genommen. 

Die Leiche des 64-jährigen Automatenaufstellers hatten Spaziergänger am 26. November 2016 in der Nähe des Ludwigshafener Willersinn-Freibads gefunden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden beide Männer erdrosselt. (onja/dls) 

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