Metropolregion

Natur Verein für Umweltbildung sucht nach Partnern und Sponsoren / Zusammenarbeit mit Schulen und Kommunen / "Menschen sollen wissen, dass es uns gibt"

Streuobstpädagogen gründen Regionalgruppe

Rhein-Neckar."Es war einfach fantastisch" - Sindy Grabow und Renate Schulz blickten begeistert in die Runde, als sie vom Aktionstag "Lebendiger Neckar" zurückkehrten. Hunderte Interessierte hatten den Stand mit dem Logo der Streuobstpädagogen angesteuert und sich von den beiden die Idee erklären lassen. Große Resonanz, die jetzt in der Gründung einer regionalen Gruppe mündete. Denn schließlich soll alles unter Dach und Fach sein, wenn die Streuobstspezialisten noch gefragter werden.

Zukunftsmusik? Keineswegs, sind sich Sindy Grabow, Barbara Daleck, Ronni Funk, Ute Walter, Renate Schulz und Anke Koob sicher. Denn je weiter sich die Gesellschaft von Natur und Umwelt entferne, umso größer sei die Nachfrage nach Spezialisten, um die Menschen in ihrer Sehnsucht zu begleiten, zu den Wurzeln zurück zu finden. Wurzeln, die in den Streuobstwiesen liegen.

Besonders im Odenwald und im Kraichgau gibt es noch viele davon - wenn auch zunehmend ungenutzt. Die große Bedeutung des Lebensraums für die biologische Vielfalt dürfe nicht aus den Augen verlorengehen. Deshalb bildet die Böblinger Streuobstschule seit 2011 Streuobstpädagogen aus. In Kooperation mit dem Landschaftserhaltungsverband Rhein-Neckar e.V. in Sinsheim wird diese Ausbildung auch vor Ort angeboten. Im Jahr 2016 legten 22 Pädagogen ihre Prüfung ab, im Jahr 2017 werden 24 weitere folgen.

Sie alle werden Projekte mit Kommunen und Schulen machen. Grundschüler können im "Grünen Klassenzimmer" Einblick in den Jahreszyklus der Streuobstwiese und ihrer Arten erhalten. "Austausch, Umweltbildung und praktische Erfahrung sind das Ziel - es ist wichtig, dass Schulen, Kommunen und Privatpersonen wissen, dass es uns gibt", so Sindy Grabow. Schließlich kann jeder die Streuobstpädagogen für eine Veranstaltung buchen.

An einem Nachmittag im Hochsommer aber ging es um die eigene Wurzelbildung, denn die fünf Pädagogen formierten sich zur Regionalgruppe Rhein-Neckar/Odenwald/Kraichgau. Auf diese Weise könne die Vernetzung noch verstärkt werden, schließlich gebe es viele Menschen, die sich um den Erhalt der Kulturlandschaft kümmern. "Gerade erst haben wir in Wiesloch an der Schillerschule für den Erhalt der traditionellen Apfelsorten gesorgt", berichtete Ronni Funk in der Gründungsversammlung. Auch mit Kindern der Strahlenberggrundschule in Schriesheim und der Waldschule in Weinheim wurden Apfelbäume gepflanzt.

"Streuobstpädagogik ist für alle Generationen wichtig", sind sich die Mitglieder der Regionalgruppe einig. Artenvielfalt, Klimaschutz und Heimat seien wichtige Themen für alle. Jetzt will die Gruppe neue Partner und Sponsoren finden. Für Herbstprojekte suchen die Pädagogen noch nach Apfel- und Birnbäumen, die von Schulklassen geerntet werden dürfen. Kontakt: Sindy Grabow, Telefon 06203/95 57 80.