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Tíere Sandra Gunzelmanns Vierbeiner „Shorty“ hilft auf seine alten Tage bei der Erziehung eines jungen „Schauspieler-Kollegen“

„Tatort“-Hund in neuer Rolle

Archivartikel

Gerolsheim/Frankenthal.Riesige braune Augen und eine lange zarte Schnauze, dazu blonde Locken. Sie sehen aus wie Vater und Sohn – und der erwachsene Hund hat den Kleinen schon fest ins Herz geschlossen. Filmhund „Shorty“, unter anderem dank seiner Filmrolle im „Tatort“ bekannt, hat jetzt einen Juniorpartner an der Seite. „Mogli“ ist fünf Monate alt, ebenfalls ein Golden Retriever – und mindestens genauso lernfreudig wie sein erfahrener Kumpel. Beide leben im Haushalt von Sandra Gunzelmann im pfälzischen Gerolsheim bei Frankenthal. „Shorty“ ist außerdem nun sogar Markengesicht einer eigenen Hundefuttersorte.

Der Rüde wird im November zehn Jahre alt und gehört damit schon zu den Seniorenhunden. Seine Besitzerin hat lange mit sich gerungen: Ist es respektlos dem alten Tier gegenüber, sich so einen Jungspund ins Haus zu holen? Wird ihn der Temperamentsbolzen überfordern? Passt das zusammen? Schon bei den ersten Besuchen bei der Züchterin von „Mogli“ und seinen neun Geschwistern war „Shorty“ dabei. „Der Kleine hat ihn sofort angehimmelt“, erinnert sich Gunzelmann. Als „Mogli“ dann einzog, nahm der ältere Hund erst einmal über Nacht Distanz ein. „Aber ab dem nächsten Morgen waren beide unzertrennlich.“

Inzwischen ist der Welpe nicht nur schon so gut wie stubenrein, er beherrscht bereits fünf Tricks. „Twist“ etwa bedeutet, dass er sich gegen den Uhrzeigersinn um die eigene Achse dreht. „Er lernt sehr, sehr schnell“, ist Gunzelmann sicher. Normalerweise lerne ein Hund einen Trick an einem Tag, „er macht das nach fünf Minuten.“ Alles nur durch positive Bestärkung – und Belohnung in Form von Hundesnacks. Natürlich darf sich der Ältere nicht vernachlässigt fühlen. Und so ist er bei jeder Übung des Kleinen dabei und darf sich dann auch selbst seine Leckerchen erarbeiten.

Inzwischen eine Marke

Die Foto- und Filmhund-Karriere von „Shorty“ begann vor sieben Jahren mit einem Gewinn des Castings für „Germany Movie Dog“. Seither hat der gutmütige Rüde, der mit dem „will to please“- Gen ausgestattet ist, der Erbanlage, gefallen zu wollen, einen Platz in der Kartei der Filmtieragentur „Aurelias“ – und jede Menge Auftritte. Im Juni 2017 schwänzelte „Shorty“ als „Mr. Mosly“ an der Seite von Moderator Johannes B. Kerner durch ein Studio, bei der „Tatort“-Folge „LU“ mimte er einen Familienhund und lernte so Schauspieler Jürgen Vogel kennen. Auch bei „Soko Köln“ hat er schon mit für Spannung gesorgt. „Unter Freunden“ heißt die Folge, in der der pfälzer Hund in einem Gebüsch einen vermeintlichen Unterkiefer findet und einem Darsteller vor die Füße legt. „Ich saß im Gebüsch, habe über Walkie Talkie den Startschuss bekommen und ihn dann losgeschickt“, gibt die Hundebesitzerin einen kleinen Einblick in die Filmarbeit. „Shorty hat keinen zweiten Versuch benötigt, es war alles gleich super im Kasten.“

Im reifen Alter zog „Shorty“ sogar gerade einen Exklusiv-Vertrag an Land: „Er ist das Markengesicht für eine eigene Hunde-Trainingswurst“, freut sich Gunzelmann. Für einen Werbefilm trat sie zum ersten Mal gemeinsam mit ihrem geliebten Vierbeiner auf: Die beiden werden ganz sicher den Verkauf der Papiertuchrollen steigern, für die sie dabei werben. „Das war immer mein Traum, etwas zu haben, das uns beide zeigt – wenn er mal nicht mehr da sein wird.“ Auch in einem Bekleidungskatalog kann man den schlauen Hund derzeit wiedersehen. „Am Set ist er wie immer ganz Profi“, staunt Gunzelmann, wie gut „Shorty“ seine Sache macht, sobald die Kamera läuft oder die Linse auf ihn gerichtet wird.

Wie ein älterer Mensch hat der hübsche Retriever, dessen Schläfen sich langsam grau färben, zuletzt ein paar gesundheitliche Probleme gehabt. „Jetzt ist er wieder topfit.“ Nach fünf Wochen mit Welpen im Haus ist die 31-Jährige sicher: „Mogli wirkt wie ein Jungbrunnen auf ,Shorty‘.“

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