Metropolregion

Besuch Italo-Western-Legende stellt seinen neuen Film im Kino unter freiem Himmel vor / Lokalposse findet ihr Finale

Terence Hill besucht „seine“ Brücke

Archivartikel

Worms.Vor mehr als 50 Jahren war er schon einmal in Worms. Da hieß er noch Mario Girotti und stellte 1967 im Wormser Roxy-Kino den Arthur-Brauner-Film „Die Nibelungen“ vor. Er spielte den Königsbruder Giselher. Heute kehrt der Mann mit den stahlblauen Augen, der jetzt Terence Hill heißt und als Italo-Western-Legende neben Bud Spencer Weltruhm erlangte, nach Worms zurück: Offiziell präsentiert der 79-Jährige auf einem Trainingsplatz des Wormatia-Stadions in der Alzeyer Straße als Open-Air-Veranstaltung seinen neuen Film „Mein Name ist Somebody – Zwei Fäuste kehren zurück“.

Das Werk läuft seit gestern in den Kinos. 4000 Tickets stehen zur Verfügung. Stand gestern waren 3800 Karten schon verkauft. „Es ist die größte Open-Air-Veranstaltung auf der aktuellen Promotion-Tour von Terence Hill durch Deutschland“, sagt Stadt-Sprecherin Angela Zimmermann. Vor dem Filmstart wird es auch eine kleine Gesprächsrunde mit ihm geben – es dürfte die beste Gelegenheit sein, einen Blick auf den Star zu erhaschen.

Allerdings wird Terence Hill am Nachmittag auch in der Stadt präsent sein: Auf der Brücke, die im Volksmund schon seit 2016 seinen Namen trägt, und die beinahe auch offiziell auf ihn – und den Industriellen und bedeutenden Stifter Karl Kübel – getauft worden wäre.

Ganze Region amüsiert sich

Über die Posse amüsierte sich die ganze Region. Die Stadt Worms hatte für knapp eine Million Euro eine Fußgängerbrücke zum Festplatz gebaut. In weinseliger Stimmung hatte Oberbürgermeister Michael Kissel dem Wormser Musiker und Schauspieler Peter Englert, der damals noch einen Video-Blog zum Backfischfest betrieb, versprochen, ihn zur Einweihung und Taufe der Karl-Kübel-Brücke einzuladen. Das wurde im Rathaus indessen wohl vergessen. Also kippte Englert im August 2016 eine Stunde vor der offiziellen Zeremonie einen Schluck Sekt aus einer Piccolo-Flasche aufs Pflaster und taufte das Bauwerk auf den Namen „Terence-Hill-Brücke“ – im Wissen um die Wormser Vergangenheit des Stars. Der Clou: Englert und seine Mitstreiter hinterlegten ihren Namen bei Google-Maps, unter dem er bei dem Internet-Kartendienst bis heute zu finden ist. Als Karl-Kübel-Brücke wird dagegen ein kleiner, offiziell namenloser Radweg über die Pfrimm im Wormser Norden ausgewiesen.

Im vergangenen Frühjahr nun, als die Stadt Worms und der Kinobetreiber den Star-Besuch an Land gezogen hatten, versprach Michael Kissel die Umbenennung des selten genutzten Fußwegs in „Karl-Kübel-Terence-Hill-Brücke.“ Der Volksmund jubelte – und scherzte: Der Name sei ja fast länger als die 48 Meter lange Brücke. Das Versprechen war allerdings nicht mit dem Wormser Stadtrat abgestimmt. Nach geharnischtem und einhelligem Protest der Kommunalpolitiker und auch der Angehörigen Karl Kübels ruderte das Stadtoberhaupt zerknirscht zurück.

Terence Hill kommt trotzdem am Vorabend des Wormser Backfischfestes – auch um am Nachmittag „seine“ Brücke in direkter Nachbarschaft zum Fest zu besichtigen. Außerdem trägt er sich im Rathaus ins Goldene Buch der Stadt ein. bjz/lrs