Metropolregion

Weinheim Oberbürgermeister Heiner Bernhard will Wahrzeichen verkaufen / Stellvertreter Torsten Fetzner spricht sich dagegen aus

Trubel um die Burgruine Windeck

Archivartikel

Weinheim.Ein Plan des scheidenden Oberbürgermeisters schlägt in Weinheim hohe Wellen. In einem Brief hat Heiner Bernhard die Mitglieder des Gemeinderats darüber informiert, dass die Burgruine Windeck an einen Privatinvestor verkauft werden soll. Offensichtlich sind die Verhandlungen weit fortgeschritten. Der Kaufpreis, der im Raum steht, beträgt 144 000 Euro. Es ist die Summe, die auch ein Wertgutachten nennt, von dem der Gemeinderat ebenfalls nichts weiß. Interessent ist der Unternehmer Thomas Noor, der schon Erfahrung mit historischen Gebäuden hat. Noor betreibt die Ulnersche Kapelle in Weinheim als beliebtes Veranstaltungszentrum.

Viele Verhandlungsschritte

Im Gemeinderat gärt es wegen dieses bislang geheimen Vorhabens. Und auch viele Bürger schütteln den Kopf mit Blick auf die Gespräche, die der Oberbürgermeister hinter dem Rücken des Gemeinderates offensichtlich über Monate hinweg geführt hat. Erst ein Infobrief an die Stadträte brachte das Thema ans Tageslicht. Dieser Brief schildert allerdings nicht eine bloße Idee, sondern dokumentiert viele Verhandlungsschritte, die nach Angaben des möglichen Investors auch schon so weit gediehen waren, dass eigentlich alles unterschriftsreif sei. Wobei für ihn immer klar gewesen sei, dass der Gemeinderat das letzte Wort hat. Egal wie: Warum der Oberbürgermeister Ende vergangener Woche diesen Brief losgeschickt und was er damit beabsichtigt hat, ist immer noch nicht klar. Bernhard ist derzeit auf Dienstreise, eine Stellungnahme steht noch aus.

Unterdessen hat die Stadtverwaltung der Idee von Oberbürgermeister Heiner Bernhard eine Absage erteilt: „Die Stadt plant nicht, die Burgruine Windeck zu verkaufen.“ Weinheims Erster Bürgermeister Torsten Fetzner, der in Kürze die Amtsgeschäfte des Oberbürgermeisters kommissarisch übernehmen wird, sagt dazu: „Ich werde das Thema Verkauf Windeck nur dann auf die Tagesordnung der Sitzung des Gemeinderats nehmen, wenn das ausdrücklich von einer Fraktion gefordert wird.“

Dabei würde es auch nicht um den Verkauf und die fortgeschrittenen Gespräche zwischen Oberbürgermeister Heiner Bernhard und Unternehmer Thomas Noor gehen, sondern um einen Grundsatzbeschluss. Dass der Gemeinderat einem möglichen Verkauf des Weinheimer Wahrzeichens grundsätzlich grünes Licht gibt, gilt den Stellungnahmen der Fraktionen zufolge als unwahrscheinlich. sfu/bjz