Metropolregion

Gutachten Unglücksleitung hatte keinen Brandschutz

TÜV-Experte rügt BASF

Archivartikel

Frankenthal.Im Frankenthaler Prozess um das BASF-Explosionsunglück mit fünf Toten und 44 Verletzten lässt die Aussage eines TÜV-Sachverständigen für Fernleitungen aufhorchen. Der Fachmann hält es für unbegreiflich, dass die Ethylen-Pipeline auf dem Ludwigshafener BASF-Werksgelände vor der Katastrophe im Oktober 2016 keine Brandschutzbeschichtung hatte.

Durch eine solche Ummantelung könne man eine Explosion bis zu zwei Stunden hinauszögern, so dass ausreichend Zeit für Gegenmaßnahmen bleibe. Im Sicherheitskonzept der BASF sei für den Fall eines Feuers unter der Ethylenleitung vorgesehen gewesen, das Produkt weiter durch die Leitung zu schicken, um sie von innen zu kühlen. Zeitgleich sollte die Feuerwehr von außen für Abkühlung sorgen, um ein Bersten zu verhindern. „Mit diesen Maßnahmen kann man einen solchen Störfall nicht in Griff bekommen, wenn die Brandschutzbeschichtung fehlt“, betont der Münchner Experte. Tatsächlich war die Leitung bereits nach sechs Minuten explodiert.

Kennzeichnung bemängelt

Zudem rügt der Fachmann in seinem Gutachten, dass die Leitungen im BASF-Rohrgraben nicht eindeutig gekennzeichnet waren. Ein Schild alle 200 Meter reiche keinesfalls aus. Der Inhalt einer Pipeline müsse weithin erkennbar sein.

Auch der Abstand zwischen den Leitungen im Rohrgraben sei viel zu gering. Außerhalb von Werksarealen gelte ein Sicherheitskorridor von fünf Metern für Fernleitungen – und dort verliefen sie unterirdisch und seien weit weniger gefährdet als auf dem BASF-Gelände.

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