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Landgericht Zwei Männer sollen vor vielen Jahren rund 836 000 Markt gestohlen haben – bei der Verhandlung plädiert die Staatsanwaltschaft für Gefängnisstrafen

Überfall auf Geldtransporter: Haft gefordert

Archivartikel

Rhein-Neckar.Sie sollen vor 22 Jahren an einem Überfall auf einen Geldtransporter beteiligt gewesen sein und dafür nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Mannheim zu Haftstrafen verurteilt werden: zwei Männer im Alter von 52 und 53 Jahren, die derzeit wegen des Verdachts des schweren Raubes vor dem Landgericht Mannheim stehen. Für den geständigen 52-Jährigen forderte Oberstaatsanwalt Peter Lintz am Mittwoch zweieinhalb Jahre, für seinen Mitangeklagten, der aufgrund von Indizien verurteilt würde, sechs Jahre. Der Anwalt des 53-Jährigen, Edgar Gärtner, will jedoch einen Freispruch durchsetzen – nach dem Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“. Der Prozess wird am 7. November fortgesetzt. Dann wird der Anwalt des 52-Jährigen plädieren.

Mit Maschinenpistole bedroht

Zusammen mit zwei bereits verurteilten Männern sollen die Angeklagten am 23. Januar 1997 in der Autobahnausfahrt Schriesheim/Ladenburg der A 5 den Geldtransporter ausgebremst, die Fahrer mit Waffen und einer Panzerfaust-Attrappe bedroht und gut 836 000 Mark erbeutet haben. Während zwei Täter 1999 und 2000 verurteilt worden waren, wurden die nun angeklagten Männer, die aus Kroatien und Bosnien-Herzegowina stammen, erst in diesem Jahr gefasst und ausgeliefert. Wegen eines internationalen Haftbefehls von 1999 war die Tat noch nicht verjährt. Der 52-Jährige hatte die Vorwürfe bei Prozessbeginn über seinen Anwalt eingeräumt. Zugleich hatte er erklären lassen, der andere sei nicht beteiligt gewesen.

Nach Ansicht des Oberstaatsanwalts hatte der 53-Jährige bei der Tat die Attrappe einer Panzerfaust auf den Geldtransporter gerichtet, während der Jüngere eine Maschinenpistole trug. Lintz räumte ein, dass es keinen Beweis dafür gebe, dass der 53-Jährige am Tatort gewesen sei. Er glaube aber der Aussage eines anderen Verurteilten, der seine Vermutungen bestätigte. In der Gesamtschau reichten die Indizien aus, um zu sehen, dass der heute 53-Jährige die Tat wie angeklagt begangen habe. „Das bringt uns oder mich dazu, zu sagen: Er war’s.“ Motiv sei die Heroinsucht des Mannes gewesen, der Geld gebraucht habe.

Zum 52-Jährigen sagte Lintz, dieser habe zwar gestanden, aber er versuche auch, den mutmaßlichen Mittäter zu schützen. Berücksichtigen müsse man auch, dass der Mann wegen zweier anderer Überfälle bereits in Kroatien inhaftiert gewesen sei und auch in Deutschland in anderer Sache eine Haftstrafe verbüßt habe. Beide Männer sollten außerdem jeweils den gesamten Betrag zurückzahlen, so Lintz. Rechtsanwalt Gärtner begründete die Forderung nach Freispruch unter anderem damit, dass der von der Staatsanwaltschaft als glaubwürdig angeführte und bereits verurteilte Täter an anderer Stelle gesagt habe, er kenne den 53-Jährigen gar nicht.

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