Metropolregion

Feinstaubbelastung

Umwelthilfe will Silvester-Feuerwerk verhindern - auch in Mannheim und der Region

Archivartikel

Rhein-Neckar.Wegen der hohen Feinstaubbelastung in mehreren Städten im Südwesten will die Deutsche Umwelthilfe (DUH) das Silvester-Feuerwerk verhindern. Die Gemeinden seien mit formalen Anträgen zu einem Böller-Verbot für ihre dicht besiedelten Zentren aufgefordert worden, teilte die DUH am Mittwoch in Berlin mit. Dazu zählen auch Mannheim, Ludwigshafen und Worms.

"Wir wünschen uns weiterhin freudige Feste zum Jahreswechsel - aber ohne verpestete Luft, brennende Häuser, verletzte Menschen und verängstigte Tiere durch archaische Schwarzpulver-Böllerei", erklärte Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

An Silvester gelange in vielen Städten etwa ein Sechstel der Feinstaubmenge in die Luft, die sonst das ganze Jahr über aus dem Straßenverkehr komme, mahnte Resch. Viele Städte haben auch schon Einschränkungen, etwa um alte Fachwerkhäuser vor Bränden an Silvester zu schützen. Als Vorbild für das "Silvester der Zukunft" sieht die Umwelthilfe zum Beispiel Landshut in Bayern, wo man den Jahreswechsel mit einer Lasershow zu Musik statt mit einem Feuerwerk feiere.

Um den Städten ein Verbot von Silvester-Feuerwerk und Böllern zu erleichtern, sollte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sich für eine Änderung der Sprengstoffverordnung oder des Gesetzes gegen Luftverschmutzung einsetzen, erklärte die DUH. Bundesweit forderte die Umwelthilfe nach eigenen Angaben insgesamt 98 Städte mit hoher Feinstaubbelastung im Jahresmittel auf, "die für Luftqualität, Gesundheit und Tierwelt schädliche Böllerei" in den Stadtzentren zu verbieten.