Metropolregion

Justiz Prozess um Betrug mit Kurzzeitkennzeichen

Urkunden gefälscht?

Heidelberg.Der großangelegte Betrug mit der Vergabe von Wieslocher Kurzzeitkennzeichen, der bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hat, wird ab Mittwoch vor dem Heidelberger Landgericht juristisch aufgearbeitet. Fünf Hauptverantwortliche müssen sich wegen Urkundenfälschung und Datenmissbrauch verantworten. Die Mitarbeiter von Zulassungsdiensten in Berlin und Brandenburg sollen bei der Kfz-Zulassungsstelle des Rhein-Neckar-Kreises in Wiesloch mit gefälschten Papieren Kurzzeitkennzeichen beantragt haben. Wie das Landgericht mitteilt, seien dabei die Personalien von ahnungslosen Kunden missbraucht und deren Unterschriften gefälscht worden. Die Kennzeichen seien für durchschnittlich 100 Euro auf Automärkten verkauft worden.

Acht Verhandlungstage

Ab 2008 war die massenhafte Vergabe von HD-Nummern bundesweit aufgefallen. Die Kurzzeitkennzeichen mit dem gelben Rand dürfen nur fünf Tage benutzt werden. Sie wurden häufig im Zusammenhang mit Tankbetrug oder Kfz-Diebstählen benutzt. Im Jahr 2014 gab es die ersten Razzien, eine zweite Durchsuchungswelle folgte 2016.

Für den Prozess in Heidelberg sind bis Mitte November acht Verhandlungstermine festgesetzt. Die Große Strafkammer hat sechs Zeugen geladen.

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