Metropolregion

BASF-Prozess Richter hören weiteren Sachverständigen

Urteil fällt frühestens im August

Archivartikel

Frankenthal.Ein zurückgewiesener Befangenheitsantrag, das juristische Ringen um ein neues Gutachten, ein „angefressener“ Anwalt, der den Richtern gar „skandalöses Verhalten“ vorwirft und ein versöhnlicher Kompromiss haben den 21. Verhandlungstag im Prozess um die Explosionskatastrophe bei der BASF bestimmt. Fest steht damit auch, dass das Verfahren das Landgericht Frankenthal noch mindestens bis August beschäftigen wird. Eigentlich sollte am Dienstag plädiert werden.

Für die Richter um den Vorsitzenden Uwe Gau ist das Misstrauen, das Opfer-Anwalt Alexander Klein dem Störfall-Experten des TÜV Süd entgegenbringt, nicht gerechtfertigt. Der Gutachter hatte untersucht, ob die Leitungen im Rohrgraben und die Anlagen vor dem Unglück im Oktober 2016 dem üblichen Stand der Technik entsprachen und ob das Sicherheitsmanagement der BASF funktioniert hat.

Fachmann für Fernleitungen

Laut Gau hat der Sachverständige seine Arbeit nachvollziehbar und plausibel erledigt. Dass die von ihm gezogenen Schlüsse „diskussionswürdig“ seien, liege in der Natur der Sache. Deshalb lehnen die Richter auch die Einholung eines neuen Sachverständigengutachtens ab, was Klein kritisiert. Mit ihrem Beschluss hätten sich die Richter selbst dem Verdacht der Parteilichkeit ausgesetzt. So bemängelt Klein, dass nur zwei TÜV-Experten zu Wort gekommen sind, die sich zwar mit den Sicherheitsvorgaben bei Chemiefirmen, aber nicht mit den Regeln für Fernleitungen auskennen. Doch mit der Ethylen-Pipeline sei eben eine solche Fernleitung explodiert.

Den Rohrgraben hatte ein TÜV-Fachmann für Fernleitungen übernommen, der bislang nicht gehört worden ist. „Weil wir in diesem Bereich nicht sachkundig beraten sind, tut es Not, ihn einzuladen“, so Klein. Und das wollen die Richter nun tun.

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