Metropolregion

Justiz 19-Jähriger erhält zwei Jahre auf Bewährung

Urteil nach Angriff mit Gipserbeil

Archivartikel

Heidelberg.Im Prozess um einen Angriff mit einem Gipserbeil in Sandhausen hat die Dritte Strafkammer des Landgerichts Heidelberg gestern ihre Entscheidung verkündet: Wegen versuchten Totschlags wurde der 19-jährige Angeklagte nach Jugendstrafrecht zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt, wie ein Gerichtssprecher auf Nachfrage mitteilte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft und der Angeklagte haben eine Woche Zeit, um Rechtsmittel einzulegen. Geäußert hätten sie sich dazu noch nicht.

Der jetzt verurteilte junge Mann hatte bereits am zweiten Tag des Prozesses in der vergangenen Woche eingeräumt, seinen gleichaltrigen Kontrahenten im August des vergangenen Jahres aus Eifersucht und Wut attackiert zu haben, weil seine Freundin mit diesem eine Affäre gehabt haben soll. Nur weil sich der Angegriffene noch rechtzeitig wegdrehen und fortlaufen konnte, verfehlte ihn der Hieb mit dem Beil. Körperlich zwar unversehrt, litt das Opfer dennoch lange unter der Tat und wurde wochenlang in einer psychiatrischen Klinik behandelt.

Die Jugendkammer unter der Vorsitzenden Richterin Gisela Kuhn folgte mit ihrem gestrigen Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die wegen versuchten Totschlags zwei Jahre mit Bewährung gefordert hatte. Die Verteidigerin des Angeklagten, Andrea Combé, hatte zwar ebenfalls für eine „bewährungsfähige Strafe“ – also ein maximales Strafmaß von zwei Jahren – plädiert, jedoch eine Verurteilung wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung angestrebt. miro/agö