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Vierbeiner unter dem Hammer

Archivartikel

Brauchtum: 616. Geißbockversteigerung am 11. Juni in Deidesheim / Genuss-Programm über die Pfingstfeiertage

Deidesheim.„Wer mit dem Schlag der sechsten Stund’ das höchste Gebot abgibt, dem ist der Bock zu eigen und er erhält ein urkundlich Vermerk hierfür. Der Bock ist zur Versteigerung zu stellen!“: So lautet der jedes Jahr am Pfingstdienstag vom Hohen Stadtgericht zu Deidesheim kundgetane Spruch, der ein ganz besonderes Brauchtum begleitet – die historische Geißbockversteigerung, die heuer am 11. Juni zum 616. Mal vor der ehrwürdigen Kulisse des Deidesheimer Rathauses ausgerichtet wird. Die Geißbockversteigerung zählt zu den ältesten gelebten Brauchtümern in Rheinland-Pfalz, und der Pfingstdienstag gilt mithin seit jeher als höchster Feiertag in der Weinstadt, wie die Gemeinde mitteilt.

Bereits seit dem 14. Jahrhundert bringt alljährlich das jüngste Lambrechter Brautpaar einen Geißbock durch den Wald zum Deidesheimer Rathaus, wo er dann versteigert wird. „Gut gehörnt und gut gebeutelt“ soll das jeweilige Prachtexemplar seiner Gattung sein. Dieses Mal wird der stolze Bock von dem Pfarrerehepaar Martin und Hildrun Groß zur Versteigerung geführt. Der geschichtliche Hintergrund: Mit dem Geißbock zollen die Lambrechter Bürger Tribut für ehemalige Weiderechte auf Deidesheimer Grundbesitz. Frühaufsteher können sich um 5.30 Uhr am Friedrich-Ebert-Platz in Lambrecht der Wandergruppe anschließen, die den Geißbock von Lambrecht nach Deidesheim führt.

Vor Ort haben Besucher dann Gelegenheit, im Rahmen eines Schätzwettbewerbes den Versteigerungspreis zu tippen. Dabei können verschiedene Preise – beispielsweise ein Wochenende für zwei Personen in einem Deidesheimer Hotel – gewonnen werden. Mit dem Glockenschlag um 17.45 Uhr beginnt die Versteigerung; wenn die Glocke erneut erklingt, um 18 Uhr, gehört der Bock dem zu diesem Zeitpunkt Meistbietenden.

Begleitet wird die Versteigerung von einem wein- und genussorientierten Programm über die gesamten Pfingsttage. Dabei locken Weingüter mit Wein und kulinarischen Spezialitäten. Die Kinder erwartet ein kleiner Vergnügungsplatz in der Nähe des historischen Marktplatzes. Erneut ist auch die „junge Weinszene“ der Region mit von der Partie, die unter dem Titel „WineChanges and Friends – 1/8 Meile“ ihre Weine und Sekte präsentiert. Am Samstag und Sonntag bieten sie im Schlosspark zudem auch kulinarische Besonderheiten. Am Sonntag und Montag findet überdies ein kleiner Slow-Food Markt im Weingut Reichrat von Buhl statt.