Metropolregion

Unwetter Umgestürzte Bäume, beschädigte Autos, blockierte Gleise und Rettungskräfte im Dauereinsatz – Sturmtief „Fabienne“ richtet in der Region viele Schäden an

Vierjähriger Junge lebensgefährlich verletzt

Archivartikel

Rhein-Neckar.Feuerwehren und Polizei waren beim ersten schweren Herbststurm des Jahres pausenlos im Einsatz: Allein das Polizeipräsidium Mannheim zählte für Heidelberg und den Rhein-Neckar-Kreis 170 Einsätze. In Südhessen wurden am Unwetterabend 160 Notrufe entgegengenommen. So blockierten unter anderem mehrere umgestürzte Bäume die A 5 zwischen Heidelberg und Darmstadt. In der Pfalz richtete Sturmtief „Fabienne“ vor allem im Bereich Edenkoben sowie im Pfälzerwald Schäden an.

Zwischen Epfenbach (Rhein-Neckar-Kreis) und Waldwimmersbach entwurzelten heftige Orkanböen eine massive Buche, so dass sie auf ein fahrendes Auto kippte, in dem eine vierköpfige Familie saß. „Der vier Jahre alte Sohn, der ordnungsgemäß auf dem Rücksitz saß, zog sich durch das einknickende Autodach schwerste Kopfverletzungen zu“, berichtet ein Polizeisprecher. Das lebensgefährlich verletzte Kind sei mit einem Hubschrauber in eine Klinik geflogen worden. Die weiteren Insassen des Autos wurden nicht verletzt. Das Verkehrskommissariat Heidelberg hat die Ermittlungen übernommen.

Lärmschutzwand durchschlagen

Bei einem weiteren Unfall an der B 39 zwischen Sinsheim-Steinsfurt und Kirchhardt fielen zwei umgestürzte Bäume auf einen Wagen, dessen 23-jährige Fahrerin leichte Verletzungen erlitt. Im Raum Sinsheim wurden laut Polizei zahlreiche Gullydeckel herausgedrückt und Bauzäune umgeworfen. Zudem blockierten umgestürzte Bäume die Landstraße zwischen Nußloch und Wiesloch.

Auf der Autobahn 5 durchschlug an der Ausfahrt Heidelberg/Schwetzingen ein Baum die Lärmschutzwand und kippte auf die Fahrbahn in Richtung Karlsruhe. „Nach einer kurzen Vollsperrung konnte die linke Spur wieder freigegeben werden“, berichtet der Behördensprecher. Außerdem seien in Heidelberg zahlreiche Baustellenabsperrungen und Schilder umgeweht worden. An der Alten Brücke hielt ein Bauzaun dem Wind nicht stand und stürzte auf ein Auto. Zudem wiesen Polizeibeamte Besucher im Heidelberger Stadtwald sowie Wanderer am Königstuhl auf den Sturm und die drohenden Gefahren hin. Der auf der Neckarwiese geplante Weltkindertag wurde abgesagt. In Weinheim musste eine Straße wegen eines umgestürzten Baugerüsts gesperrt werden und in Eberbach sorgte ein beschädigtes Kabel für einen Stromausfall.

Mit „fliegenden“ Absperrungen, Aquaplaning auf der A 65 sowie umgeknickten Bäumen auf der Totenkopfstraße zwischen St. Martin und Elmstein sowie auf der Autobahnraststätte Pfälzer Weinstraße West hatte es die Polizeiinspektion Edenkoben zu tun. Zudem wurde ein Wohnmobil bei Frankeneck massiv beschädigt, als ein Ast die Windschutzscheibe durchschlug. In Speyer wurde gar ein Hausdach von einem Ast völlig demoliert.

In Bellheim (Kreis Germersheim) verklemmte sich durch die Witterung eine Bahnschranke und ließ sich nicht mehr öffnen. Ein Autofahrer, der auf der B 39 zu schnell in Richtung Speyer unterwegs war, kam aufgrund des Seitenwindes von der Straße ab und prallte mit seinem Pkw in die Leitplanke. Er blieb unverletzt. Der Bahnverkehr zwischen Mainz und Mannheim sowie zwischen Heidelberg und Frankfurt war teilweise gestern noch gestört, was für Verzögerungen sorgte. sin

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/region

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