Metropolregion

Wandern Bezirksverband Pfalz unterstützt Betreiber von Einkehr-Stationen mit Zuschüssen von mehr als 100 000 Euro pro Jahr / Erste Gelder in Frankenthal verteilt

Warmer Regen für Pfälzerwald-Hütten

Frankenthal.Der Bezirksverband Pfalz lässt die nahezu 150 Waldhäuser, Wanderheime und Hütten im Pfälzerwald – bildlich gesprochen – „nicht im Regen stehen“. Der Regionalverband wird nach Angaben des Bezirkstagsvorsitzenden Theo Wieder (CDU) ab sofort die Betreiber dieser Einrichtungen mit Zuschüssen in einer Gesamthöhe von rund 100 000 Euro pro Jahr bei Sanierungen und Modernisierungen unterstützen. Bisher waren es jährlich insgesamt 41 000 Euro. Die ersten abteiligen Gelder wurden nun in Frankenthal verteilt.

Die ersten drei Waldhäuser, denen noch in diesem Jahr jeweils fünfstellige Zuschüsse zufließen, sind die PWV-Hütte „vorm Selberg“ in Rutsweiler an der Lauter, wo 16 750 Euro in die Sanierung der WC-Anlage fließen, die „Keltenhütte“ auf dem Donnersberg, die 20 650 Euro für Küche und Drainage erhält sowie das PWV-Waldhaus Schwefelbrunnen in Eisenberg, das 25 000 Euro für den Umbau der Küche erhält. Als nächste Projekte werden Vorhaben der PWV-Trifelsblickhütte (Gleisweiler) und der Naturfeundehäuser Rahnenhof (Hertlingshausen), Heidenbrunnertal (Neustadt) und „Im Woog“ (Neuhofen) in den Blickpunkt rücken.

Förderung aufgestockt

Schon bisher gab es für die Waldhütten von Pfälzerwald-Verein und Naturfreunden jeweils 20 500 Euro Zuschüsse pro Jahr und Organisation – nun wurde der Betrag nach jahrelangen Diskussionen auf 100 000 Euro aufgestockt. „Das hilft uns auf jeden Fall,“ freut sich Hans Müller (Finsterbrunnertal) vom Vorstand der Naturfreunde. Auch Martin Brandl (Rülzheim), seit wenigen Wochen neuer Chef des Pfälzerwald-Vereins, sieht in der deutlichen Zuschusserhöhung „ein Signal für Tourismusförderung und Heimatliebe zugleich“.

Die Gelder fließen nicht automatisch, sondern werden erst nach Abstimmung mit den beiden Dachverbänden und eingehender Prüfung der einzelnen Projekte zugeteilt, versicherte der Bezirkstagsvorsitzende Theo Wieder. „Wir wollen die Zukunftsfähigkeit der Hütten unterstützen, denn sie sind ein Alleinstellungsmerkmal der Region – nirgendwo in Deutschland gibt es eine solche Dichte von Wanderhütten wie im Pfälzerwald.“ Sie sind in manchen Pfälzer Regionen auch ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor: „Winzer, Bäcker, Metzger und Bauern sind Lieferanten unserer Häuser – dort gibt es auch immer mehr feste Arbeitsplätze,“ weiß Müller.

Rund 150 solcher meist bewirtschafteter Rasthäuser stehen im Pfälzerwald mit seinem rund 12 000 Kilometer langen markierten Wegenetz. Doch viele sind „in die Jahre“ gekommen und müssen bei Brandschutz, Abwasser, Telefon, Barrierefreiheit oder Hygiene dringend nachbessern.