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Was hinter "Chemical Love" steckt

Der Landauer Prozess um den bislang bundesweit größten Internet-Drogenhandel hat Anfang des Jahres für Schlagzeilen gesorgt. Über ihren Webshop "Chemical Love" haben drei mittlerweile verurteilte Männer zentnerweise Drogen verkauft. Wie bei einem Online-Buchhändler wurden Amphetamin, Kokain und Co. in den Warenkorb gepackt. Die Bestellplattform war zwar im Internet frei zugänglich, die Geschäfte liefen aber im abgeschirmten Darknet ab. Die Drogen wurden per Post verschickt und mit der virtuellen Währung "Bitcoins" bezahlt. Als Drahtzieher der Bande gilt der 31-jährige Nicolas K., der im Juni zu einer Haftstrafe von 14 Jahren und zehn Monaten verurteilt worden ist.

Das Landgericht Landau verdonnerte ihn zudem zur Zahlung von zehn Millionen Euro. Und zwar deshalb, weil die Ermittler das angehäufte Bitcoin-Vermögen der Bande zwar offiziell beschlagnahmt haben, mangels Passwort aber nicht an die Beute herankommen. Auch ein Sportwagen der Marke Maserati, den Nicolas K. kurz vor der Festnahme gekauft hat, ist bis heute verschwunden. Darüber, ob sein Vater Walter K. als Kurierfahrer bei "Chemical Love" mitmischte, hat sich der 31-Jährige nie ausgelassen. Die Ermittler gehen aber davon aus, dass der Ex-Fußballprofi seinen Sohn im Mai 2015 zum ersten Mal nach Rotterdam begleitete und im Wagen wartete, während dieser bei einem Farbigen mit weißem Pudel tütenweise Amphetamin erstand.

Im Juni 2017 hat Walter K.'s Anwalt nach einem Aktenvermerk des Koblenzer Anklägers Alexander Fassel eine Verständigung signalisiert, die eine Strafe von zwei Jahren avisierte. Dies sollte ihm der Vorsitzende in Aussicht gestellt haben. Dem war laut Fassel aber nicht so. Für ihn komme nur eine Strafe zwischen drei und sechs Jahren infrage. (sin)

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